Kultur in Niedersachsen: Stiftung Niedersachsen fördert 26 Kulturprojekte mit mehr als 1 Million Euro

Hannover, 27. Februar 2026
Senat und Verwaltungsrat der Stiftung Niedersachsen haben in ihren ersten Sitzungen 2026 über eine Million Euro für Kunst- und Kulturprojekte in ganz Niedersachsen bewilligt. Rund 300.000 Euro gehen an drei musikalische Vorzeigeprojekte:

Ein Musikfest des interkulturellen Dialogs ist das Morgenland Festival in Osnabrück. Das Festival steht für den musikalischen Austausch zwischen Westasien und Europa und ist ein sommerlicher Publikumsmagnet in der Friedensstadt. Die Stiftung Niedersachsen fördert die 22. Ausgabe mit 100.000 Euro. Vom 29. Mai bis zum 6. Juni 2026 stehen unter der neuen künstlerischen Leitung von Shabnam Parvaresh Stimmen der Diaspora im Fokus, Stimmen von Künstler*innen, deren Leben durch Migrationserfahrung, Mehrfachzugehörigkeit und kulturelle Transformation geprägt sind.

An der Stiftung Universität Hildesheim fördert die Stiftung Niedersachsen den 8. Jahrgang des berufsbegleitenden Master- und Zertifikatsstudiengangs „Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung” mit 70.000 Euro. 160 Studierende aus rund 25 Ländern haben hier bereits einen europaweit einmaligen Abschluss in der interkulturellen musikalischen Bildungsarbeit erworben. Durch die Förderung der Stiftung wird 20 Studierenden das Studium über ein Deutschlandstipendium ermöglicht.

An der Leuphana Universität Lüneburg erproben seit 2023 Studierende aller Fachbereiche, Musiker*innen und Partnerinstitutionen neue Wege der Konzertgestaltung. In einer ersten Phase entstanden Formate, die künstlerische Praxis mit gesellschaftlichen Fragestellungen verbinden – etwa zu Nachhaltigkeit, KI oder gesellschaftlichem Zusammenhalt. Das Leuphana Concert Lab 2.0 sieht nun den Transfer der wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse zu Publikumswahrnehmung, Vermittlungsstrategien und neuen Rollen von Musiker*innen an Musikakteur*innen vor. Die Stiftung Niedersachsen fördert das Transferprojekt mit 125.000 Euro.

„Eine lebendige Musikkultur steht für die Vielfalt der Gesellschaft, hinterfragt sich selbst, ist im stetigen Wandel und begeistert mit neuen Perspektiven. Diese Qualität fördern wir gerne und freuen uns, in Lüneburg, Hildesheim und Osnabrück an der Seite dieser besonderen Projekte stehen zu können”, unterstreicht Dr. Immo Querner, Präsident der Stiftung Niedersachsen die Förderentscheidung.

Weitere ausgewählte Förderungen:

Das ensemble reflektor in Lüneburg erhält eine Förderung in Höhe von 20.000 Euro für das Konzertprojekt „NEUE ZWANZIGER”. Die dreiteilige Konzertreihe für junge Menschen wird zeitgenössische Musik mit avantgardistischen Werken der 1920er Jahre und jeweils einer weiteren Kunstform kombinieren: Filmmusik für Tik-Tok-Memes, einer Tanzchoreografie mit jugendlichen Tänzer*innen und einem Live-Hörbuch zu Fake News und Meinungsfreiheit.

„ZuHören in Winsen” ist die etablierte Reihe zeitgenössischer Kammer- und Kunstmusik des Ensembles L’ART POUR L’ART in Winsen an der Luhe und der Region. Die Stiftung Niedersachsen fördert drei Konzerte der experimentellen, interdisziplinären Reihe mit 18.000 Euro und unterstützt damit auch die Fortsetzung des noch jungen Podcasts „Hintergrundrauschen”, in dem das Ensemble besondere Einblicke in seine Arbeitsprozesse gewährt, mit Gästen über neue Musik spricht und seine Konzertreihe vermittelnd begleitet.

Der Kulturverein Platenlaase in Jameln im Wendland erhält eine Förderung in Höhe von 23.000 Euro für das Konzertprogramm „Musik im Grenzbereich”. Der Kulturverein will verlorene Räume für musikalische Begegnung und musikalisches Ausprobieren in der ländlichen Gegend wiederherstellen. Nachwuchs- und FLINTA*-Bands sollen Auftrittsmöglichkeiten erhalten und ein ländlicher BandXchange Ost-West mit Veranstaltungsstätten in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern eingerichtet werden.

In Goslar fördert die Stiftung Niedersachsen mit 23.500 Euro das erste Ausstellungsprojekt der neuen Direktorin des Mönchehaus Museums Goslar, Miriam Bettin. Die Gruppenausstellung „Glückauf! On Mining, Matter and Memory” verknüpft die Bergbaugeschichte des Harzes mit internationalen Perspektiven auf globale Industriegeschichten, Ressourcen und Ökonomien.

Die Stiftung Niedersachsen fördert die erste institutionelle Einzelausstellung der US-amerikanischen Künstlerin D’Ette Nogle (*1974) im Kunstverein Braunschweig mit 25.000 Euro. Für die Ausstellung „Let it R.I.P.” entwickelt D’Ette Nogle vor Ort neue Arbeiten, die Bezüge zur Geschichte des Kunstvereins, ihren Begegnungen mit der Stadt Braunschweig und der kritischen Auseinandersetzung mit den USA herstellen.

Das Haus Coburg | Städtische Galerie Delmenhorst erkundet ab 22. August 2026 in der Gruppenausstellung „Tension and Release. Tanz und Transformation” die politische Dimension des Tanzes – um Kritik zu artikulieren, Forderungen auszudrücken und Widerstand zu verkörpern. Die Ausstellung wird mit 15.000 Euro von der Stiftung Niedersachsen gefördert.

In Schierbrok bei Delmenhorst fördert die Stiftung mit 14.000 Euro das soziokulturelle Bildungsprojekt „Erzähl mir deine Geschichte! – Erinnern, Mitgestalten, Demokratie (er)leben” des Vereins Erinnerte Zukunft gUG. Das Projekt eröffnet Jugendlichen zwischen 14 und 21 Jahren einen aktiven Zugang zu biografischem Lernen, multiperspektivischer Erinnerungskultur und eröffnet einen interkulturellen Dialog.

Über die Stiftung Niedersachsen

Seit 1987 engagiert sich die Stiftung Niedersachsen für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Bildung im ganzen Land. Als Landeskulturstiftung stärkt sie durch die Förderung gemeinnütziger Projekte die Vielfalt der Kultur in Niedersachsen und trägt zur Profilierung des Kulturstandortes bei. Pro Jahr fördert die Stiftung rund 200 Projekte und ist selbst operativ tätig.
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Porträt von Katharina Nitsch
Katharina Nitsch
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