Gremien der Stiftung Niedersachsen bewilligen Förderanträge in Höhe von 1,7 Millionen Euro

Hannover, 24. Juni 2026

Kerstin Berghoff-Ising ist neue Schatzmeisterin der Stiftung 

Die beiden Gremien Senat und Verwaltungsrat der Stiftung Niedersachsen bewilligten in ihren Sitzungen am 23. Juni 2026 insgesamt 25 Förderanträge mit einem Gesamtfördervolumen von über 1,7 Millionen Euro. Wiederkehrende Themen in den geförderten Projekten sind Demokratie, die plurale Gesellschaft, Vielfalt und Teilhabe.

Kerstin Berghoff-Ising ist zudem die neue Schatzmeisterin der Stiftung Niedersachsen und wird damit Mitglied des Verwaltungsrates. Der Senat der Stiftung wählte die 61-jährige Vorständin der Sparkasse Hannover einstimmig für eine Amtszeit von fünf Jahren in das Ehrenamt. Kerstin Berghoff-Ising folgt auf Jörg Waskönig, der das Amt seit 2012 innehatte und sich nun auf eigenen Wunsch aus den Gremien der Stiftung zurückzieht. Frau Berghoff-Ising ist seit 2025 Senatorin der Stiftung Niedersachsen. Als Schatzmeisterin übernimmt sie die Verantwortung für das Vermögensmanagement der Stiftung und den Erhalt des Stiftungskapitals. „Jörg Waskönig hat mit seinem Engagement in den vergangenen 14 Jahren maßgeblich dazu beigetragen, dass die Stiftung finanziell auf einem sicheren Fundament agieren kann. Diesem langjährigen ehrenamtlichen Einsatz gilt mein großer Dank! Ich gratuliere Kerstin Berghoff-Ising herzlich zur Wahl. Mit ihr gewinnen wir eine äußerst engagierte Persönlichkeit für die Aufgaben im Verwaltungsrat. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit”, so Dr. Immo Querner, Präsident der Stiftung Niedersachsen.

Ausgewählte Förderentscheidungen:

Von April bis Juli 2027 präsentieren das Sprengel Museum Hannover, der Kunstverein Hannover, die Kestner Gesellschaft und das Museum Wilhelm Busch das große kooperative Ausstellungsprojekt „KEIN SCHÖNER LAND. Kunst und Faschismus”. Jede Institution wird dabei einen eigenen individuellen Ausstellungsschwerpunkt setzen. Die Stiftung fördert das Projekt mit 200.000 Euro.

Seit 2012 richtet die Theaterwerkstatt Hannover in Kooperation mit dem Kulturzentrum Pavillon das „Arabische Theatertreffen” aus. Das Festival ist eine wichtige Plattform für hochkarätige Theaterproduktionen aus dem arabischen Raum und stärkt als Dialogforum die Verständigung zwischen Menschen der unterschiedlichen Kulturräume. Im Spätsommer 2027 wird die sechste Ausgabe des Festivals in Hannover ausgerichtet und erhält von der Stiftung eine Förderung in Höhe von 30.000 Euro.

2028 realisieren das Museum am Schölerberg, das Naturkundemuseum Osnabrücks, und das Museum Industriekultur Osnabrück (MiK) die gemeinsame Wanderausstellung „Licht und Dunkelheit”. Dazu rücken die Museen natürliches und künstliches Licht in den Fokus, zeigen technische Entwicklungen in der Ambivalenz zwischen Fortschritt und ökologischen sowie sozialen Folgen und verdeutlichen Zusammenhänge von Technik, Umwelt und Lebensqualität. Das Ausstellungsprojekt wird in Höhe von 120.000 Euro von der Stiftung gefördert.

Bei der Konzertreihe „Klangfenster im Kunstraum hase29” in Osnabrück treten innovative, experimentelle und improvisierte Musik in einen Dialog mit ausgestellten Werken zeitgenössischer Kunst. Dieses Zusammenspiel aus Klang und Ausstellung eröffnet neue Assoziations- und Wahrnehmungsräume. Die Stiftung fördert die Konzertreihe der Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Osnabrück in der Saison 2026/2027 mit 18.000 Euro.

Seit 1992 findet der Göttinger Literaturherbst alljährlich parallel zur Frankfurter Buchmesse statt. Das größte Lesefest im Norden feiert Autor*innen der Gegenwartsliteratur, erschließt sich mit innovativen Formaten, wie barrierereduzierten Lesungen oder der Reihe „Wissenschaft beim Göttingern Literaturherbst”, immer neue Publikumsgruppen und wächst mit neuen Leseorten in die gesamte Region. Die Stiftung fördert den 35. Göttinger Literaturherbst mit 25.000 Euro.

Das Kunstmuseum Wolfsburg widmet sich ab dem 19. September 2026 in der Ausstellung „Tell Me Where Home Is” dem vielfach instrumentalisierten Begriff Heimat. In unserer (post)migrantischen Gesellschaft ist dieser Sehnsuchtsbegriff pluralisiert und wird gleichzeitig rechtspopulisitsch vereinnahmt. Das Museum wird rund sechzig internationale künstlerische Positionen zu Themen wie Heimatverlust, Heimathäfen und Kollektive Heimaten vereinen und einen Raum für Partizipation und Begegnung der Besuchenden schaffen. Die Ausstellung wird von der Stiftung mit 50.000 Euro gefördert.

Das Theaterpädagogische Zentrum für Braunschweig und die Region erhält 17.000 Euro für das Projekt „Sichere Orte”. 45 junge Menschen zwischen 12 und 20 Jahren werden eingeladen, sich künstlerisch und performativ mit der Frage auseinanderzusetzen, was Sicherheit für sie und für marginalisierte Gruppen unserer Gesellschaft bedeutet. Kooperationspartner sind das Israel Jacobson Netzwerk und die Evangelische Stiftung Neuerkerode.

23.000 Euro erhält die Gemeinde Rastede für die von Mai bis Oktober 2027 geplante Open-Air-Ausstellung „RASTEDE 1933–45. Unsere Gemeinde im Nationalsozialismus”. Im Außenraum des Rasteder Prinzenpalais sollen die lokalen Ereignisse in der Gemeinde während der NS-Zeit, deren Voraussetzungen und Folgen gezeigt und vermittelt werden. Die Gemeinde will damit das Geschichtsbewusstsein fördern und die Demokratie stärken.

Über die Stiftung Niedersachsen
Seit 1987 engagiert sich die Stiftung Niedersachsen für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Bildung im ganzen Land. Als Landeskulturstiftung stärkt sie durch die Förderung gemeinnütziger Projekte die Vielfalt der Kultur in Niedersachsen und trägt zur Profilierung des Kulturstandortes bei. Pro Jahr fördert die Stiftung rund 200 Projekte und ist selbst operativ tätig.

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Katharina Nitsch
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