Impression der Dauerausstellung des Museums Nienburg im Fresenhof. Auf dem Foto zu sehen sind eine beleuchtete Wand mit Texte und Bildern zu den „Jäger und Gejagte – Die ersten Menschen an der Mittelweser”. Vor der Wand hängen Skelettteile eines Mammuts von der Decke und werden in Vitrinen gezeigt.

Kulturort | Museum Nienburg

Das Museum Nienburg ist das Regionalmuseum für den Mittelweserraum und das Stadtmuseum der Kreisstadt Nienburg an der Weser. Hier wird das kulturelle Erbe des Landkreises Nienburg und der ehemaligen Grafschaften Hoya, Diepholz und Wölpe erforscht, gesammelt, bewahrt ausgestellt und vermittelt. Wir stellen es als niedersächsischen Kulturort vor.

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Erkundungen von der Steinzeit bis zur Gegenwart

Gegründet wurde das Museum 1908. Heute umfasst der Museumskomplex drei Ausstellungshäuser mit einem Museumsgarten; hinzu kommen eine Bibliothek mit Bildarchiv, ein Außenmagazin und ein Hügelgräberfeld. Der Hauptsitz ist eines der ältesten Gebäude Nienburgs, der Fresenhof. Im Burgmannshof aus dem 16. Jahrhundert können die Besucher*innen die Region von der Steinzeit bis zur Gegenwart erkunden und entdecken. Hinzu kommt die klassizistische Villa des Nienburger Ehrenbürgers Emanuel Bruno Quaet-Faslem, die an sich schon ein Ausstellungsstück ist, mit ihrem nach historischem Vorbild gestalteten Biedermeiergarten. In diesem Museumsgarten finden Gäste ein Lapidarium mit behauenen Sandsteinen aus Mittel- und Südniedersachsen und das Niedersächsische Spargelmuseum mit einer Ausstellung rund um den Anbau des begehrten Edelgemüses.

Impressionen der Museumsstandorte

Ein wichtiger Kulturort für Nienburg und die Region

Das Museum Nienburg präsentiert anhand archäologischer Funde das Leben der ersten Menschen in der Region Mittelweser und spannt einen Bogen bis zur Gegenwart. Es ist ein Ort, der die Geschichten der Menschen der Region, die hier lebten mit den Geschichten der Menschen, die heute im Landkreis leben, repräsentiert. Das Museumsteam versteht den Kulturort daher als offenen, lebendigen Ort der Begegnung und des Austausches. In den vergangenen Jahren wurde das Vermittlungsprogramm zu einem kulturellen Aushängeschild der Stadt. Hier kommen Kinder und Jugendliche zur Ferienbetreuung zusammen, die jüngsten Bürger*innen besuchen das Museum mit ihren Kindergartengruppen, Familien gehen gemeinsam auf eine Museumsexpedition und kommen zu den regelmäßigen Familienfesten, ältere Gäste treffen sich zum kulturellen Klönschnack, besuchen ein Konzert oder nehmen an einem der thematisch vielfältigen Führungsangebote teil. Besondere Angebote unterbreitet das Museum zudem Menschen mit Migrationserfahrungen, die jetzt in Nienburg leben. Ihre Geschichten haben 2025/2026 Eingang gefunden in die Sonderausstellung „Geschichte(n) des Ankommens”, die jetzt in die Dauerausstellung überführt wurde.

Die Herausforderungen, die mit einem so umfangreichen Programm verbunden sind, haben 2025 zu einer Bewerbung im Förderprogramm Vital Village der Stiftung Niedersachsen geführt — und die Jury überzeugt. In den kommenden zwei Jahren kann das Museum nun mit einer Förderung von 30.000 Euro das Museum als kulturellen Ankerpunkt weiterentwickeln, neue kulturelle Impulse in den Umkreis senden und weitere Austauschformate mit den Bürger*innen umsetzen.

Impressionen von Museumveranstaltungen

Porträt von Kristina Nowak-Klimscha, Direktorin des Museums Nienburg

Drei Fragen an Kristina Nowak-Klimscha, Direktorin des Museums Nienburg

Eine der zentralen Aufgaben der kommenden Jahre sehe ich darin, das Museum Nienburg in Stadt und Landkreis noch sichtbarer zu machen und als festen, selbstverständlichen Bestandteil des Alltags der Menschen zu etablieren. Uns ist wichtig, dass wir nicht nur als Ausstellungsort wahrgenommen werden, sondern als lebendiger, offener Ort, an dem Geschichte, Gegenwart und regionale Identität miteinander ins Gespräch kommen. Damit eng verbunden ist unser Anliegen, noch mehr Menschen als bisher zu erreichen – und zwar nicht mit beliebigen Angeboten, sondern mit Formaten, die wirklich zu den unterschiedlichen Lebensrealitäten passen.

Ich wünsche mir, dass Familien sich hier ebenso willkommen fühlen wie Schulklassen, ältere Menschen oder kulturinteressierte Bürgerinnen und Bürger. Das bedeutet für uns, genau hinzuhören, gesellschaftliche Entwicklungen aufmerksam zu beobachten und unsere Vermittlungs- und Beteiligungsformate immer wieder weiterzuentwickeln.

Zugleich sehe ich uns in einem Spannungsfeld, das viele Museen heute kennen: Wir müssen unsere musealen Kernaufgaben – Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen und Vermitteln – mit fachlicher Sorgfalt und Qualität erfüllen. Darauf gründet unsere Glaubwürdigkeit. Gleichzeitig wachsen die Erwartungen an das Museum als Veranstaltungs- und Begegnungsort. Kulturelle Formate, Kooperationen und Veranstaltungen sind wichtig, um Reichweite und gesellschaftliche Relevanz zu stärken. Für uns wird es entscheidend sein, diese Balance bewusst bei stabiler Finanzierung zu gestalten – damit das Museum lebendig bleibt, ohne seine inhaltliche Tiefe zu verlieren.
Mit der Vital Village-Förderung möchten wir das Museum Nienburg als offenen, lebendigen Kulturort im Landkreis weiterentwickeln. Unser Ziel ist es, Menschen unterschiedlicher Generationen und Herkünfte zusammenzubringen und kulturelle Teilhabe niedrigschwellig zu ermöglichen.

Mit Pop-up-Kulturangeboten und offenen Werkstätten wollen wir neue Begegnungsräume schaffen, Hemmschwellen abbauen und auch diejenigen erreichen, die bislang wenig Berührung mit dem Museum hatten. Gleichzeitig möchten wir unser Angebot attraktiver gestalten und bewusst „nach draußen“ in den Kreis gehen – mit Formaten, die vor Ort stattfinden und neue Kooperationen ermöglichen.

Die Förderung soll uns helfen, diesen Entwicklungsprozess strategisch und nachhaltig umzusetzen und das Museum noch stärker als kulturellen Ankerpunkt in der Region zu festigen. 
Da gibt es viele Dinge – meine „Top 3“ sind diese: 

Mich ganz persönlich begeistert der Gestaltungsfreiraum, den wir haben. Das Museum Nienburg hat sich in den letzten Jahren umfassend weiterentwickelt und wir wurden bei jedem Entwicklungsschritt von Vorstand, Trägern und Förderern wohlwollend begleitet. 

Mich begeistert auch jedes Mal wieder der Moment, wenn Menschen hier etwas für sich entdecken – wenn ein Kind staunt und uns das erzählt, wenn ältere Besucher*innen eigene Erinnerungen teilen oder wenn Gespräche entstehen, die ohne das Museum vielleicht nie geführt worden wären. Wenn ein Erlebnis im Museum nachhaltig wirkt, Kinder sich auf das nächste Ferienprogramm freuen oder den nächsten MiniClub kaum abwarten können – dann sehen wir, dass wir auf Bedarfe richtig reagiert haben.

Und außerdem begeistert mich unser Team. Mit großem Engagement, hoher Professionalität und Einsatzbereitschaft treiben wir in kleiner Besetzung die Entwicklung des Museums stetig voran – getragen von einer wertschätzenden Umgangskultur, die wir seit vielen Jahren bewusst pflegen und als Fundament unserer gemeinsamen Arbeit verstehen.