Die französische Medienkünstlerin und Fotografin Isabelle Le Minh wird 2027 mit dem SPECTRUM Internationaler Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen geehrt. Der renommierte Fotopreis ist mit 15.000 Euro, einer großen Werkschau im Sprengel Museum Hannover und einer Publikation dotiert. Isabelle Le Minh setzt gezielt Techniken ein, um die Fotografie als vermeintlich objektives Abbild der Wirklichkeit zu hinterfragen. Auf reflektierte Weise untersucht sie die Natur der Fotografie, ihre Themen, Verwendungszwecke, Prozesse, Werkzeuge und Protagonisten, ihre Rhetorik und Geschichte.
Die Preisverleihung findet am 30. Juli 2027 im Rahmen der Ausstellungseröffnung im Sprengel Museum Hannover statt. Der Jury des SPECTRUM-Preises 2027 gehörten an: Lavinia Francke (Stiftung Niedersachsen), Dr. Stefan Gronert (Sprengel Museum Hannover), Dr. Christina Leber (DZ BANK Kunststiftung), Prof. Dr. Bernd Stiegler (Universität Konstanz) und Nadine Wietlisbach (Fotomuseum Winterthur).
Aus dem Jurystatement:
„Isabelle Le Minh erweitert mit ihren zumeist konzeptuellen Werken konsequent die Techniken des Fotografischen um eine enorme Vielzahl unterschiedlicher Materialien, indem sie die Geschichte der Fotografie auf akzentuierte und humorvolle Weise zu ihrem Reflexionsgegenstand erklärt. […] Ihre medienreflexive Haltung, die die Künstlerin auch als Kuratorin und Professorin immer wieder an den Tag legt, kann uns dabei helfen, unseren Umgang mit fotografischen Bildern immer wieder neu zu befragen.”
Isabelle Le Minh wurde 1965 in Bad Salzuflen-Schötmar geboren und lebt in Nogent-sur-Marne bei Paris. Sie studierte Mathematik und Materialwissenschaften an der École Nationale Supérieure d'Ingénieurs de Caen (Frankreich) und begann Anfang der 1990er Jahre eine berufliche Laufbahn als Patentprüferin, bevor sie zur Fotografie wechselte und an der École Nationale Supérieure de la Photographie d'Arles studierte. 1996 schloss sie ihr Studium der Fotografie ab. Isabelle Le Minh ist regelmäßig in Einzelausstellungen präsent und wurde bereits vielfach ausgezeichnet. Als Dozentin lehrt sie an der Haute École des Arts du Rhin in Straßburg. Die Künstlerin wird vertreten durch die Galerie Christophe Gaillard in Paris.
Der SPECTRUM Internationaler Preis für Fotografie wird alle zwei Jahre von der Stiftung Niedersachsen an herausragende zeitgenössische Fotokünstler*innen vergeben. 2025 erhielt den Preis die norwegische Künstlerin Frida Orupabo. Das Sprengel Museum Hannover präsentiert sie in der zugehörigen Ausstellung noch bis zum 20. Juli 2025.
Die weiteren bisherigen Preisträger*innen des SPECTRUM-Preises sind: Adrian Sauer (2023), Zanele Muholi (2021), Fiona Tan (2019), Rineke Dijkstra (2017), Hannah Collins (2015), Boris Mikhailov (2013), Bahman Jalali (2011), Helen Levitt (2008), Martha Rosler (2005), Sophie Calle (2002), John Baldessari (1999), Thomas Struth (1997) und Robert Adams (1994).
Der Name SPECTRUM verweist dabei auf die hannoversche Photogalerie SPECTRUM (1972–1991), eine der ersten Fotogalerien in Europa und Ursprung der Fotoabteilung des Sprengel Museums Hannover.
Über die Stiftung Niedersachsen:
Die Stiftung Niedersachsen stärkt als Landeskulturstiftung durch die Förderung gemeinnütziger Projekte die Vielfalt der Kultur in Niedersachsen und trägt zur Profilierung des Kulturstandortes bei. Pro Jahr fördert die Stiftung rund 200 Projekte und ist selbst operativ tätig.
Über das Sprengel Museum Hannover:
Das Sprengel Museum Hannover ist eines der bedeutendsten Museen für Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Mit großen Sammlungspräsentationen und wechselnden Sonderausstellungen, mit einem vielfältigen Vermittlungsprogramm und zahlreichen Veranstaltungen bietet das Haus am Maschsee nahezu täglich unzählige Möglichkeiten zur Beschäftigung mit moderner und zeitgenössischer Kunst. Besonders im Bereich der Fotografie nimmt das Sprengel Museum eine herausragende Stellung ein: Es gilt als einer der führenden Ausstellungsstandorte für Fotokunst in Deutschland und darüber hinaus. Mit bedeutenden fotografischen Sammlungen, wegweisenden Ausstellungen und kontinuierlicher Auseinandersetzung mit dem Medium Fotografie setzt das Museum Maßstäbe in der Präsentation und Vermittlung fotografischer Kunst.