Impression der Veranstaltungsreihe HOLLYwow!Schaukelei des wowCLUBs. Auf dem Gelände stehen hölzerne Hollywoodschaukeln auf denen Menschen sitzen und mitteinander reden. Im Vordergrund steht eine überdimensionierte leuchtende Lampe.

Förderprogramm 
Vital Village

Mit Vital Village unterstützen wir Dörfer und Kleinstädte in Niedersachsen bei der Revitalisierung ihrer Kommune durch Kultur. Dazu fördern wir in gemeinnützigen Kulturinstitutionen und Gemeinden einen zweijährigen Entwicklungsprozess. Die ausgewählten Kultureinrichtungen erhalten jeweils 30.000 Euro und werden durch Beratungs- und Vernetzungsangebote unterstützt.
Erfahren Sie mehr über das Förderprogramm.

Fördermöglichkeiten auf einen Blick

Das Förderprogramm befindet sich in der Förderphase. Bewerbungen sind nicht möglich.

Mehr innovative Kultur von allen für alle

Vital Village ist unser Förderprogramm für den ländlichen Raum in Niedersachsen. Wir unterstützen Dörfer und Kleinstädte außerhalb der Metropolen dabei, sich durch Kultur zukunftsfähig aufzustellen und das Leben vor Ort positiv zu gestalten. Frei nach dem Motto „Mehr innovative Kultur von allen für alle“ sollen Kulturorte und Kulturangebote strategisch entwickelt und Einwohner*innen ermutigt werden, als partizipative Akteur*innen an deren Ausgestaltung mitzuwirken. Dazu fördern wir in gemeinnützigen Kulturinstitutionen und Gemeinden einen zweijährigen Entwicklungsprozess. Die ausgewählten Kultureinrichtungen erhalten jeweils 30.000 Euro und werden durch Beratungs- und Vernetzungsangebote unterstützt.
Das Kulturangebot im ländlichen Raum beruht vielfach auf ehrenamtlichem Engagement und wird von Vereinen vor Ort getragen. Mit viel Einsatz und Kreativität stärken die Menschen die Identität und die Lebensqualität vor Ort. Mit Vital Village wollen wir dazu beitragen, dass sich die Akteur*innen vernetzen, finanzielle Freiräume für die Gestaltung des Kulturangebotes entstehen und noch mehr Kultur stattfinden kann.
Lavinia Francke, Generalsekretärin der Stiftung Niedersachsen

Im Zentrum der Förderung steht der kulturelle Ankerpunkt

Die geförderten Kulturinstitutionen und Gemeinden werden zum kulturellen Ankerpunkt vor Ort. In den zwei Förderjahren fungieren sie als Ansprechpartner für andere Kulturinitiativen. Sie vernetzen und befördern kulturelles bürgerschaftliches Engagement, sie organisieren Fortbildungen, stellen Räume zur Verfügung und begleiten kulturelle Aktivitäten.
Landkarte mit den eingezeichneten Orten der zweiten Förderrunde Vital Village: Hesel, Jever, Fürstenau, Nienburg, Wunstorf, Emmerthal und Ilsede, Quelle: mixmaps.de

Die ausgewählten Orte der zweiten Förderrunde Ende 2025 bis Ende 2027

Impression der Konzertreihe Schlossklänge des Landschaftsverbandes Hameln-Pyrmont e. V. im Schloss Hämelschenburg
Die Gemeinde Emmerthal im Weserbergland umfasst 17 Ortschaften mit insgesamt rund 10.000 Einwohner*innen. Die Kulturarbeit der Gemeinde wurde über viele Jahre maßgeblich von einer einzelnen ehrenamtlich tätigen Kulturmanagerin getragen, durch deren Weggang ein Großteil der Aktivitäten zum Erliegen kam. In enger Kooperation mit dem Landschaftsverband Hameln-Pyrmont e. V. möchte die Gemeinde nun ihren kulturellen Angeboten wieder mehr Sichtbarkeit geben und die kulturelle Infrastruktur nachhaltig stärken. Kulturschaffende, Veranstalter*innen, Vereine und Kulturorte sollen vernetzt und gestärkt werden, um gemeinsam ein regelmäßiges Kulturprogramm für Emmerthal zu realisieren. Wunsch der Gemeinde ist es, perspektivisch eine hauptamtliche Stelle für Kultur in der Verwaltung zu schaffen.
Informationen zur Gemeinde Emmerthal unter www.emmerthal.de
Gruppenbild: Die Engagierten des Vereins KulturNetzWerk Wunstorf freuen sich über die Förderung. Sie halten gemeinsam eine Banner mit dem Vereinsnamen hoch sowie kleinere gelbe Schilder mit den unterschiedlichen Namen de zu Wunstorf gehörenden Dörfer.
Das KulturNetzWerk Wunstorf ist ein offener Zusammenschluss von mehr als 20 Kulturschaffenden, Vereinen, Institutionen und engagierten Bürger*innen aus Wunstorf und den angegliederten Dörfern. Gemeinsam wollen sie bestehende Strukturen vernetzen und neue kulturelle Impulse setzen. Die „Nacht der Kultur” ist das aktuelle Leuchtturmprojekt des Netzwerkes. Um dieses Engagement dauerhaft zu sichern, Förderfähigkeit zu erlangen und professionell und verlässlich gegenüber Partnern auftreten zu können, soll aus dem Zusammenschluss ein Dachverein werden. Dieser soll die Mitgliedsvereine stärken, flexible Kulturformate in die Dörfer bringen und lokale Akteur*innen gezielt einbinden
In Fürstenau im Osnabrücker Land gibt es eine lebendige Vereinslandschaft und viele soziokulturelle Aktivitäten, aber keinen festen Veranstaltungsort für Kultur. 2024 haben sich engagierte Bürger*innen zusammengeschlossen, um das Gebäude des leerstehenden ehemaligen Kinos Metropol in ein soziokulturelles Zentrum zu verwandeln. Der neugegründete Verein Metropol e. V. mit inzwischen rund 50 Mitgliedern hat bereits erste kulturelle Veranstaltungen mit großem Erfolg durchgeführt. Geplant ist, das Metropol als zentralen Kulturort für die Bürger*innen weiterzuentwickeln und vielfältige Veranstaltungen anzubieten. Die plattdeutsche Sprache soll dabei ein programmatischer Schwerpunkt sein.
LOK Kulturzentrum Jever: Konzert von Nevis im LOK Garten 2025, der Umsonst & Draußen Konzertreihe im Garten des LOK Kulturzentrums
Das LOK Kulturzentrum Jever ist seit über 35 Jahren Bestandteil der kulturellen Landschaft in Friesland. Im ehemaligen Lokschuppen ist das Kulturzentrum Bühne, Werkstatt und Treffpunkt zugleich. In den letzten fünf Jahren wurde das Angebot erweitert und es wird heute ein abwechslungsreiches Programm aus Konzerten, Theateraufführungen, Ausstellungen, Lesungen und partizipativen Projekten angeboten. Im Werkstattbereich mit Mal-, Töpfer- und Lithografie-Werkstatt können Menschen aller Altersgruppen kreativ tätig werden, Neues ausprobieren und eigene Projekte verwirklichen. Als offener und unabhängiger Kulturort möchte das LOK Kulturzentrum zukünftig verstärkt nicht nur in die Stadt Jever, sondern auch in deren Ortsteile und Nachbargemeinden wirken. Kulturakteur*innen sollen vernetzt und ehrenamtliches Engagement unterstützt werden. Während sich die Kulturarbeit der Gemeinde primär auf Touristen und Gäste fokussiert, sollen im Kulturzentrum Angebote ganzjährig inklusiv und teilhabeorientiert für alle Bürger*innen des Landkreises entwickelt werden.
Mehr zum LOK Kulturzentrum unter www.lok-jever.de
Impression der Räumlichkeiten der Gemeindebücherei Hesel
Wie in vielen ländlichen Gemeinden fehlt es auch in der Samtgemeinde Hesel an Begegnungsräumen. Die alternde Gesellschaft steht vor den Herausforderungen der eingeschränkten Mobilität, der Digitalität und der zunehmenden Vereinsamung durch mangelnde soziale Kontakte. Die Gemeindebücherei möchte hier ansetzen und Angebote schaffen, die Einsamkeit bekämpfen und Brücken zwischen den Generationen bauen sollen. Die Bücherei ist bereits heute ein lebendiger Treffpunkt für Bildung, Kultur und Gemeinschaft im ländlichen Raum. Mit ihrem vielseitigen Angebot an analogen und digitalen Medien ermöglicht sie einen niedrigschwelligen Zugang zu Wissen und fördert die Chancengleichheit aller. Doch aktuell richtet sich das Büchereiangebot schwerpunktmäßig an Familien, Kinder und Jugendliche. In den kommenden Jahren soll nun ein generationenübergreifendes Angebot gestaltet werden. Die Bücherei möchte Menschen verschiedener Lebensphasen und sozialer Kontexte zusammenbringen, um gemeinsam kreativ zu werden, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu stärken.
Weitere Informationen zur Gemeindebücherei Hesel unter https://buecherei-hesel.jimdofree.com
Impression eines PoetrySlams des PopUp Kulturbüros des wow!CLUBs draußen auf dem alten Hüttengelände in Ilsede
Auf dem Gelände der alten Hütte in Ilsede im Peiner Land hat sich 2021 der wow!CLUB e. V. gegründet, um die zeitgenössische Kunst und kulturelle Teilhabe im Landkreis zu stärken und die Menschen miteinander in Verbindung zu bringen – partizipativ statt konsumorientiert. Dazu richtet der Verein Veranstaltungen aus und bietet Projekte an, die die lokale Bevölkerung aktiv einbinden, Neugier für andere Lebenswelten wecken und zu Beteiligung anstiften. Der markante Kugelwasserturm in Groß Ilsede ist Ausgangspunkt dieser Aktivitäten und das Pop-Up-Kulturbüro des Vereins. Das Hüttengelände soll in den kommenden Jahren zum wow!Campus werden, einem soziokulturellen Dorf und Arbeitsraum für Menschen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft. Von hier aus sollen dann kulturelle Impulse ins Land gesendet werden und Projekte wie der Kulturkiosk in Bülten ausgebaut werden.
Direkt zur Website des wow!CLUBs unter https://welcometothewowclub.de
Impression einer Veranstaltung für Familien anlässlich des Spargelfestes des Museums Nienburg
Das Museum Nienburg ist das Stadt- und Kreismuseum. Neben drei Ausstellungshäusern – zum Museumskomplex gehört auch das Niedersächsische Spargelmuseum – und einem Museumsgarten gehören eine Bibliothek mit Bildarchiv, ein Außenmagazin und ein Hügelgräberfeld im Stadtgebiet Nienburgs zu den Liegenschaften. Damit ist das Museum ein zentraler kultureller Ort in der ländlich geprägten, strukturschwachen Region. Das Haus versteht sich selbst als Vermittler zwischen den unterschiedlichsten Lebenswelten und Altersgruppen sowie als Lern- und Begegnungsort. Diese Begegnungsmöglichkeiten möchte das Museum weiter ausbauen und dazu mit den Menschen vor Ort gemeinsam neue Austauschformate entwickeln. Vielfalt soll hier wertgeschätzt und gelebt werden. Teilhabe soll durch kostenlose und kostengünstige Angebote ermöglicht werden. Das Museum will Gemeinschaft stiften und Zukunftsperspektiven vor Ort eröffnen.
Weitere Informationen zum Museum Nienburg unter www.museum-nienburg.de
Schaubild der Vital-Village-Förderung

Wie kann die Förderung in Höhe von 30.000 Euro verwendet werden?

Für die Netzwerkarbeit des Ankerpunktes kann die geförderte Institution oder Gemeinde 15.000 Euro der Gesamtsumme für Personalkosten verwenden. 
Die Ausrichtung einer Veranstaltung bzw. eines Workshops mit Bürger*innen zu den folgenden Fragestellungen ist obligatorisch: „Welche Kunst und Kultur wünschen sich die Menschen vor Ort?“, „Was braucht es für neue Impulse?“ und „Wer ist bereit, sich zu engagieren?“. Die Ergebnisse sollten möglichst zeitnah umgesetzt werden.
8.000 Euro stehen zur freien Verfügung für eigene innovative, neuartige oder besondere Kulturprojekte bzw. Kulturveranstaltungen des Ankerpunkts, für Fortbildungen der Mitarbeitenden in den Bereichen Kulturmanagement oder Social Media. 
Die Antragsteller*innen können wählen, wie sie die Mittel verwenden möchten.
5.000 Euro stehen zur Verteilung an andere Kulturschaffende für neue Kunst- und Kulturprojekte zur freien Verfügung. 
Eine vom Ankerpunkt zu bildende Jury aus Vertreter*innen aus der örtlichen Politik, der Kulturverwaltung und dem Ankerpunkt selbst entscheidet über die Vergabe der Gelder von 500 Euro bis 2.500 Euro pro Projekt. Die Regeln für die Vergabe werden vor Ort bestimmt. Innovative, ungewöhnliche und neuartige Kulturprojekte und -veranstaltungen sollen ausgewählt und gefördert werden. Hier sollen gezielt Formate entwickelt werden, die das Kulturangebot vor Ort ergänzen. Die Projekte Dritter können von allen Menschen vor Ort organisiert und durchgeführt werden. Ob Einzelkünstler*in, freiwillige Feuerwehr, Kirchenvorstand oder Hip-Hop Band, alle können ohne Berücksichtigung der Rechtsform ausgewählt werden. Empfohlen wird eine Auftaktveranstaltung mit Kulturschaffenden vor Ort zur Information über die Vergabekriterien.
2.000 Euro können vom Ankerpunkt für Overheadkosten wie zum Beispiel technische Geräte genutzt werden.

Die Vital Village-Jury 2025

Daniela Koß ist als Kulturwissenschaftlerin M.A. seit 2010 bei der Stiftung Niedersachsen tätig und verantwortlich für den Förderbereich Theater und Soziokultur. In ihrer Arbeit berät sie zahlreiche Akteur*innen und konzipiert und betreut innovative Förderprogramme. Dazu gehören sozioK_change, ein Programm, das Transformationsprozesse in der Soziokultur begleitet und auch das Festival Freier Theater „Best OFF“, das unter ihrer Leitung alle zwei Jahre die besten Inszenierungen der niedersächsischen Szene zeigt. Neben zahlreichen Vorträgen und Artikeln wurde 2015 unter ihrer Federführung das Handbuch Soziokultur und 2017 in Zusammenarbeit mit Prof. Wolfgang Schneider und Beate Kegler die Publikation über Entwicklungen in ländlichen Räumen Vital Village veröffentlicht. Sie ist Mitglied in diversen Jurys und unterrichtet zu den Themen Kulturfinanzierung und Changeprozesse.
Katja Schaefer-Andrae ist selbstständige Kulturpädagogin und Kulturmanagerin. Sie organisiert künstlerische und soziokulturelle Projekte auf dem Lande, meist an ungewöhnlichen Orten und zusammen mit der Kulturstation Bad Bevensen e.V. In ihrem Atelier auf einem alten Bauernhof in einem dörflichen Ortsteil der Kurstadt in der Lüneburger Heide bietet sie kunstvermittelnde Kurse und Workshops an. Sie ist Mitglied im Vorstand des Landesverbandes Soziokultur Niedersachsen, Landesdelegierte der BBK Gruppe Uelzen und engagiert sich besonders auf kommunaler Ebene interdisziplinär und kulturpolitisch.
Nach dem Abitur in Bad Zwischenahn Studium der Neueren Geschichte, Politik und Wirtschaftspolitik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster mit eingeschlossenem Sprachstudium in Bologna und Perugia. Promotion 1997 mit einer Arbeit über die Integration von Vertriebenen und Flüchtlingen in der Stadt Oldenburg. Anschließend Volontariat am Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn.
Zwischen 2001 und 2012 Leitung der Museumspädagogik, der Sammlungen sowie des Ausstellungs- und Veranstaltungsmanagements der bundeseigenen Otto-von-Bismarck-Stiftung in Friedrichsruh. Von 2012 bis 2019 Leiter des Stadtmuseums in Oldenburg (Oldb.). Heute stellvertretender Geschäftsführer des Zweckverbandes Schlossmuseum Jever und des Kulturverbundes Friesland. In dieser Funktion u. a. (Mit-)Initiator des Projektes „Bildgedächtnis Weser-Ems“, gemeinsam mit dem Museumsdorf Cloppenburg und der Oldenburgischen Landschaft.
Andreas von Seggern ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur Nachkriegsgeschichte, zur Geschichte des Kaiserreiches, der Kulturgeschichte des Fußballs sowie zur Regionalgeschichte Oldenburgs und Lauenburgs.
Aishe Spalthoff studierte Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis (BA) in Hildesheim und Porto (Portugal) sowie Agiles Projekt- und Transformationsmanagement (MBA) in Nürtingen. Neben ihrer künstlerisch praktischen Arbeit gestaltet sie Transformationsprozesse kultureller Einrichtungen (Zwei Eulen – Büro für Kulturkonzepte). Mit der Künstler*innengruppe Syndikat Gefährliche Liebschaften findet sie Geschichten ländlicher Räume, die zum Perspektivwechsel einladen und verborgene Verflechtungen sichtbar machen. Als Regisseurin, Produktionsleitung und Performerin realisiert sie Theaterprojekte und leitet Workshops (u. a. mit James & Priscilla).
Helena Walther ist seit 2023 wissenschaftliche Mitarbeiter*in am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim und forscht zu Transformationsprozessen im Kontext von Kultur ländlicher Räume, insbesondere zu Gender. Während und nach deren Studium „Musikforschung und Medienpraxis“ (BA) an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim und „Inszenierung der Künste und Medien“ (MA) in Hildesheim, wirkte dey sowohl organisatorisch, als auch künstlerisch an Konzerten, Theater- und Kurzfilmproduktionen mit. Im Duo Fear Josie entstehen seit 2016 genreübergreifende Begegnungen und musikalische Erlebnisse.
Logo Landesverband Soziokultur Niedersachsen

Berater*innen des Landesverbands Soziokultur begleiten das Förderprogramm:

Karu Grunwald-Delitz ist Kulturwissenschaftler*, Schreib- und Sozialpädagoge*. Seit der Jugendzeit schlägt sein* Herz für die Soziokultur. Heute kennt er* die Kulturbranche aus verschiedensten Perspektiven: als Teilnehmer*, künstlerische Leitung, Projektmanager*, Geschäftsführung und Coach*; in der Stadt, auf dem Land; freischaffend, angestellt, ehren- und hauptamtlich. Zudem bringt er* fundierte Erfahrung in der psychosozialen Beratung, eine Zusatzausbildung in der systemischen Beratung und eine besondere Sensibilität für Vielfalt und achtsames Miteinander ein.
Neben kreativen und beratenden Prozessen interessieren ihn* Zahlen, Paragrafen und Rahmenbedingungen; all das, was es zu kennen gibt, um die eigenen Handlungsräume auszuloten.
Andrea Hingst ist Regisseurin, Dramaturgin und Projektentwicklerin. Von 2016-2021 war sie in der Leitung des Jahrmarkttheaters in Altenmedingen aktiv und hat mehrere experimentelle Formate entwickelt, von denen „Dorfgedanken” das Herzstück ihrer Arbeit ist – ein Theatererlebnis zum Miteinander-Schnacken. Andrea Hingst war Mitglied in diversen Jurys und hat mehrere Jahre als Bildungsreferentin bei der Jugendfeuerwehr Hamburg gearbeitet. Sie hat Performance Studies/Erziehungs- und Bildungswissenschaften (MA) und Soziale Arbeit (BA) studiert und ist derzeit in Ausbildung zur Mediatorin.
Susanne Müller-Jantsch arbeitet schon lange in der Kultur. Sie hat Kulturpädagogik studiert und dann in verschiedenen kulturellen Einrichtungen gearbeitet, davon mehr als zwei Jahrzehnte im Kulturzentrum Pavillon in Hannover. Sie hat selbst zahlreiche soziokulturelle Projekte und Veranstaltungen durchgeführt und ist gerne als Besucherin in der Kulturszene unterwegs. Susanne Müller-Jantsch mag die Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteur*innen aus Kultur, Politik und Zivilgesellschaft. Diese Arbeit ist ihr durch viele Kooperationen, die sie gestaltet hat und in denen sie mitgewirkt hat, sehr vertraut. Sie beschäftigt besonders die Frage, wie in Zeiten knapper Kassen sowohl neue Initiativen als auch der geschaffene Bestand gesichert werden können.
Judith Strodtkötter hat Kulturwissenschaften und Dramaturgie in Leipzig, Paris und Frankfurt am Main studiert. Seitdem ist sie in der freien Szene in Bremen und Niedersachsen als Produktionsleiterin und Dramaturgin unterwegs unter anderem für das TanzKollektivBremen und das Syndikat Gefährliche Liebschaften. Sie war Teil verschiedener Jurys (u.a. OUTNOW! Festival Bremen und Flausen+ ). Außerdem ist sie Kulturarbeiterin im ländlichen Raum. Sie initiierte 2021 die Förderunion für Kunst und Kultur e.V. in Meppen mit und engagiert sich dort seither. Kultureller Austausch und vermeintlich urbane Themen und Ästhetiken um regionale Perspektiven erweitern steht hier im Fokus.
Klaus Terbrack kennt die Kulturbranche aus unterschiedlichen Perspektiven: als Kulturplaner, Veranstalter, Musiker, Booker, Projektentwickler oder Projektberater ist er seit vielen Jahren in unterschiedlichen Segmenten des Kulturbereichs tätig. Er ist Gründungsmitglied und leitender Angestellter des Forum Osnabrück für Kultur und Soziales e. V. sowie Mitinitiator und Berater vieler weiterer Vereine und Projekte. Als Lehrbeauftragter gibt er sein Wissen aus Praxis und Theorie an Hochschulen weiter. Klaus Terbrack ist M.A. für Kommunikation & Ästhetik.

Einblicke in die erste Förderrunde Dezember 2023 bis Dezember 2025

52 Dörfer, Kleinstädte und Gemeinden hatten sich um eine Förderung im Programm Vital Village beworben. Von der Jury wurden im Oktober 2023 sieben Orte und Gemeinde ausgewählt. Die Jury bildeten Matthias Heintz, Gründer der Kulturinitiative Kulturuntermkirchturm in Gleichen (2011 bis 2014), die Kulturwissenschaftlerin Dr. Beate Kegler, die Kulturpädagogin und Kulturmanagerin Katja Schaefer-Andrae, Aishe Spalthoff von der Künstler*innengruppe Syndikat Gefährliche Liebschaften sowie Daniela Koß von der Stiftung Niedersachsen.
Übersichtskarte von Niedersachsen mit den markierten Vital Villages der ersten Förderrrunde

Die sieben geförderten Institutionen und Gemeinden 2023 bis 2025

Vital Village: Impression vom Nikolaus-Jam der Alten Polizei in Wölpinghausen

Wölpinghausen, Landkreis Schaumburg | Einwohner*innen: 1.621

Das Kulturzentrum Alte Polizei in Stadthagen setzt im nahe gelegenen Dorf Wölpinghausen das Projekt „Alte Polizei im Außendienst” um. Gemeinsam mit der Bevölkerung sollen neue Kulturformate entwickelt und durchgeführt werden. Das Veranstaltungszentrum Kleine Freiheit bietet hierfür beste Bedingungen. Nach dem Auftakt 2024 mit einer Christmas Jam und dem Projekt „Offener Garten: Wir leuchten“ in einem künstlerisch illuminierten Skulpturengarten im Dorf starteten im Frühjahr 2025 eine mehrmonatige Reihe einzelner Rock- und Popkonzerte für Jung bis Alt sowie ein Dorfquiz. Vor Ort bietet das Team des Ankerpunktes wöchentliche Sprechstunden für die Akteur*innen an, um sie bzgl. ihrer Projektvorhaben zu beraten. Zudem werden regelmäßige Austauschtreffen organisiert. Sowohl der Bürgermeister als auch Parteivertreter*innen waren in verschiedenen Treffen von Beginn an eingebunden. Darüber hinaus haben sich die ansässigen Vereine und Institutionen, wie z. B. der Sportverein und die Freiwillige Feuerwehr, auf breiter Basis an den Treffen beteiligt und eigene Ideen, Vorstellungen und Bedarfe konstruktiv eingebracht.

Mehr erfahren über die Alte Polizei unter www.altepolizei.de
Vital Village_ Sommerfest im Garten des Bürgerhauses Jemgum

Rheiderland, Landkreis Leer, Ostfriesland | Einwohner*innen in Jemgum: rund 3.600

Das Bürgerhaus ist ein soziokulturelles Zentrum der Gemeinde Jemgum. Es wurde im März 2024 eröffnet. In rasanter Geschwindigkeit hat es sich zu einem Treffpunkt für das Dorf und die Gemeinde entwickelt. Der Vernetzung und Abstimmung mit etablierten Vereinen wird dabei viel Gewicht gegeben. Das Bürgerhaus organisierte bereits mehrere Vernetzungstreffen mit allen Vereinen. 2024 war es Austragungsort des vereinsgetragenen gemeinsamen Kulturfestivals „Jemgum live“. Über ein vielseitiges kulturelles Angebot (Filme, Lesungen, Konzerte u. a.) bringt es kulturinteressierte Menschen aus der Region zusammen.

Mehr erfahren über das Bürgerhaus unter https://buergerhaus-jemgum.de

Meppen/Landkreis Emsland | Einwohner*innen in Meppen: rund 37.000

Fu.K.K. in Meppen, einer emsländischen Mittelstadt mit 13 eingemeindeten Dörfern, nutzt die Förderung, um Kinoveranstaltungen ins Umland zu bringen und mit lokalen Vereinen partizipativ zu gestalten. Eine Jury wählte zehn Mikroprojekte aus, die seit Herbst 2024 laufen. Beim Talk „Kultur auf dem Land“ im April 2024 im Stadtmuseum Meppen wurde deutlich, dass der Verein eine wichtige Schnittstelle geworden ist: Er bringt Kulturakteur*innen mit Förderern in Kontakt. Geplant ist eine Abschlussveranstaltung mit Mikroprojektinitiator*innen, lokalen Kulturverantwortlichen aus Verwaltung und Politik sowie überregionalen Kulturverantwortlichen, um auf die Dringlichkeit von Förderungen dieser Art hinzuweisen. 

Mehr erfahren über die Förderunion für Kunst und Kultur unter https://fu-k-k.squarespace.com/aktuelles
Das Fliegende Kultursofa: Auftritt der Theatergruppe Die Feudalen im Nordholzer Bahnhof

Landkreis Cuxhaven | Einwohner*innen in der Gemeinde: rund 17.500

Ein Handlungskonzept bildet die Basis für vernetztes kulturelles Handeln ausgehend von der Stabsstelle Kultur & Beteiligung als Ankerpunkt. Das mobile Bühnenformat „Das fliegende Kultursofa“ tourt bis in die entlegensten Winkel der Gemeinde. Das Format motiviert Bürger*innen, mitzumachen und kreative Ideen auf die Bühne zu bringen. Es schafft Anlässe für ein gemeinschaftliches Miteinander. Eine Netzwerkgruppe wird durch das Beratungsprogramm K² der Bundesakademie für Kulturelle Bildung in Wolfenbüttel, das kulturelle Bildung und Vernetzung vor Ort stärken will, zukunftsweisend begleitet. Mikroprojekte Kultur bringen Menschen dazu, in ihren Ortschaften selbst aktiv zu werden. In persönlichen Gesprächen Ideen weiterzuentwickeln und die Umsetzung zu begleiten, ist daher eine Kernaufgabe. Parallel dazu bildete sich eine Netzwerkgruppe, die sogenannte Kultur-Runde. Sie plant die Gründung eines Kulturvereins als Dach für andere Vereine, Einzelpersonen und Initiativen, um kulturelle Teilhabe zu ermöglichen und die Umsetzung von lokalen Kulturprojekten auch außerhalb der Stabsstelle zu verstetigen. 

Mehr erfahren über das Kulturangebot der Gemeinde Wurster Nordseeküste unter https://www.gwnk.de

Gruppenbild des weiblichen Leitungsteams des ehrenhafter Verein in Herzberg (Harz)

Herzberg am Harz und Umgebung, Landkreis Göttingen | Einwohner*innen in Herzberg: rund 13.000

In Herzberg am Harz hat sich die Initiative „Kulturanker Harz“ aus den drei Veranstaltungsorten Deutscher Kaiser, Harzer Hof und Paradies gegründet. Das Team des Ankerpunktes vermittelt potenzielle Kooperationen, gibt Wissen zu Förderungen oder der Abwicklung von Veranstaltungen weiter und geht aktiv auf Akteur*innen zu, um Netzwerke zu knüpfen. Bis Anfang 2025 wurden bereits sechs Mikroprojekte mit 250 bis 500 Euro in einem sehr breiten thematischen Spektrum gefördert. Dabei waren eine Veranstaltung zum Christopher Street Day, ein Heavy-Metal-Festival, ein regionaler Podcast, ein interkultureller Demokratiefilm sowie ein gemeinschaftsförderndes Nachbarschaftsprojekt. Durch eine Ideenwerkstatt und externe Beratung zu Förderanträgen konnten die Beteiligten selbst ihr Wissen über Fördermöglichkeiten und -bereiche erweitern und sich breiter sowie zukunftsorientierter aufstellen.
 
Mehr erfahren über den ehrenhafter Verein unter www.kulturanker-harz.de
Kulturverein Platenlaase: Wendlandeinmaleins. Das Netzwerkreffen für Neu-, Alt- und Bald-Wendländer*innen

Jameln, Landkreis Lüchow-Dannenberg | Einwohner*innen im Ort: rund 1.100

Der Kulturverein Platenlaase fördert den Austausch durch Netzwerktreffen und plant die Einführung eines Kulturkalenders zur besseren Koordination von Veranstaltungen. In der ersten Phase konnte das Team des Ankerpunktes durch Dialogformate, die KulturMALZeit, in den Dörfern wertvolle Kontakte knüpfen und bestehende Gemeinschaftsinitiativen reaktivieren. Die Ergebnisse aus den moderierten Dialogen wurden von einer lokalen Textilkünstlerin auf einer Zeltplane visualisiert. Dieses Kunstwerk soll im öffentlichen Raum Aufmerksamkeit für die zweite Phase des Projektes, die Ausschreibung und Förderung von Mikroprojekten, erzeugen.

Mehr erfahren über den Kulturverein unter www.platenlaase.de
Zum Auftakt von Vital Village kamen im Mai 2024 fünf Gemeinden in Dahlenburg zum „Freundschaftsspiel” zusammen, einem Tischkickertunier und Aktionsag für die Nachbarschaft

Landkreis Lüneburg | Einwohner*innen in der Samtgemeinde: rund 6.200

Die Samtgemeinde nutzt  die Vital-Village-Förderung, um zusammen mit dem Kunstraum Tosterglope e. V. und Hofleben e. V. sowie in der Region bereits aktiven Vereinen und Institutionen Handlungs- und Erfahrungsräume zu erweitern, gesellschaftliche Veränderungen zu diskutieren und sich für demokratische Werte und gesellschaftlichen Zusammenhalt einzusetzen. Die gemeinsame Vorbereitung, Umsetzung und Teilhabe am „Freundschaftsspiel“, das Format „Regionale – Außerhalb der Komfort Zone“ und die altersübergreifende Beteiligung bei „Wagnispatterns“ zeigen, dass die Menschen in der Region aktiv für Gemeinschaft und eine resiliente Demokratie eintreten. Mikroprojekte haben sich hier als wertvolles Instrument erwiesen, um gesellschaftlichen Austausch anzuregen und lokale Initiativen zu fördern. Die Jury wurde nach vielfaltssensiblen Kriterien besetzt. Dies führte zu einer transparenten Vergabe der Fördermittel.

Mehr erfahren über den Prozess und Projekte in Dahlenburg unter www.dahlenburg.de

Bei Fragen zum Förderprogramm Vital Village wenden Sie sich bitte an:

Porträt von Daniela Koß
Daniela Koß
Soziokultur, Theater & Tanz