Konstellationen

Literaturbüro Oldenburg


„Konstellationen: Ich ist ein anderer“ 
mit dem Schriftsteller Michael Krüger und die Kulturjournalistin, Kritikerin und Autorin Sieglinde Geisel, Moderatio Matthias Bormuth | 2. Mai 2017 | © Literaturbüro Oldenburg

Unter dem Titel „Konstellationen” präsentiert das Literaturbüro Oldenburg seit 2017 eine neue Veranstaltungsreihe. Der Titel bezieht sich auf die so genannte Konstellationsforschung, die Theorieentwicklungen und kreative Impulse untersucht, die aus dem Zusammenwirken verschiedener Akteure in einem gemeinsamen Denkraum entstehen. Es ehtsteht ein öffentlicher Dialog, der Schriftsteller und Wissenschaftler zusammenführt.

Konstellationen 2020

18. Februar 2020 | 19.30 Uhr
Konstellationen: Terrorismus und Religion
Sherko Fatah: „Schwarzer September“

 
Sherko Fatah ist einer der klügsten Beobachter und Deuter der Vorgänge im Nahen Osten. Seine faktenreichen und atmosphärisch dicht erzählten Romane sind ihrer Zeit auch dann voraus, wenn sie den Blick in die Vergangenheit richten. Sie spüren den abenteuerlichen Wegen der handelnden Figuren aus unterschiedlichen Kulturen inmitten der Konflikte im Nahen Osten nach und beschreiben die Auswirkungen dieser Konflikte, die wie Druckwellen auch das heutige Westeuropa erreichen. Schwarzer September ist ein Roman über den Terrorismus der Siebziger Jahre. Rebellische Idealisten wie Theresa, Alexander und Jakob reisen in den Nahen Osten, um sich ausbilden zu lassen. Ihre Familien bleiben mit Legenden in der Bundesrepublik zurück. Menschen aus dem Nahen Osten wiederum wechseln in die Bundesrepublik, um Aktionen vorzubereiten. Sie alle verbindet eines: Werkzeuge zu sein in einem Zusammenhang, den sie nicht überschauen. Kraftwellen einer Gewalt, die uns bis heute beschäftigt, auch wenn sich der Terrorismus inzwischen von einer mit revolutionärem Elan ausgeübten Gewalt zum Ausdruck einer extrem politisierten Religiosität gewandelt hat. Sherko Fatah liest aus seinem Buch und spricht mit Ralph Hennings, Pastor an der Lambertikirche und Kirchenhistoriker an der Carl von Ossietzky Universität. Michael Sommer, Professor für Alte Geschichte und Vorsitzender des Philosophischen Fakultätentags, moderiert ihren Austausch.
 
 

15. April 2020 | 19.30 Uhr
Konstellationen: Wasser als Politikum
John von Düffel: „Der brennende See“

 
Hannah, die Tochter eines Schriftstellers, kehrt nach dem Tod ihres Vaters in die Stadt ihrer Kindheit zurück. An seinem Erbe ist sie wenig interessiert, doch als sie erste Schritte unternimmt, die Wohnung des Verstorbenen aufzulösen, findet sie in der Nachttischschublade das Foto einer jungen Frau. Wie nah stand die Unbekannte ihrem Vater? Wer war er wirklich, als er starb? Auf der Suche nach Antworten trifft sie ihre Schulfreundin Vivien, die mit ihrer Familie am Ufer des Sees wohnt, in dem der Vater täglich schwamm. Die junge Unbekannte ist Viviens Tochter Julia, Initiatorin der „Ende-der-Geduld“-Bewegung, die aus den Fridays-for-Future-Demonstrationen hervorgegangen ist und eine Radikalisierung des Protests gegen die herrschende Klima-Politik propagiert. Aber Julia kämpft nicht nur aus politischer Überzeugung für den Erhalt des Sees. Sie behauptet, die eigentliche Tochter des Schriftstellers zu sein, seine geistige Erbin.
In seinem Roman Der brennende See nähert sich John von Düffel dem Wasser als knappe Ressource, als Lebensbedingung und Klimakomponente und nicht zuletzt als Frage des Zusammenlebens der Generationen. Der Autor liest aus seinem Buch und spricht mit einem Biologen der Oldenburger Universität über das Wasser als Politikum. Michael Sommer, Professor für Alte Geschichte und Vorsitzender des Philosophischen Fakultätentags, moderiert ihren Austausch.
 
Das Institut für Geschichte der Oldenburger Universität ist Kooperationspartner der Veranstaltungsreihe.

Förderpartner
Literaturbüro Oldenburg

Peterstraße 3

26121 Oldenburg