Konstellationen

Literaturbüro Oldenburg


„Konstellationen: Ich ist ein anderer“ 
mit dem Schriftsteller Michael Krüger und die Kulturjournalistin, Kritikerin und Autorin Sieglinde Geisel, Moderatio Matthias Bormuth | 2. Mai 2017 | © Literaturbüro Oldenburg

Unter dem Titel „Konstellationen” präsentiert das Literaturbüro Oldenburg seit 2017 eine neue Veranstaltungsreihe. Der Titel bezieht sich auf die so genannte Konstellationsforschung, die Theorieentwicklungen und kreative Impulse untersucht, die aus dem Zusammenwirken verschiedener Akteure in einem gemeinsamen Denkraum entstehen.

 

In einem fachkundig durch Prof Dr. Matthias Bormuth (Heisenberg-Professur für Vergleichende Ideengeschichte am Institut für Philosophie der Universität Oldenburg und Vorsitzender der Karl Jaspers-Gesellschaft) moderierten, öffentlichen Dialog lud das Literaturbüro 2017 zu insgesamt vier Konstellationen ein und führte dazu Schriftsteller und Wissenschaftler zusammen. 

 

Die erste Veranstaltung der Reihe fand am 28. Februar 2017 im Oldenburger Musik- und Literaturhaus Wilhelm13 unter der Überschrift „Konstellationen: Himmel und Hölle“ statt. Im Mittelpunkt stand der Roman „Das Pfingstwunder“ der Schriftstellerin und Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff. Mit der Literaturwissenschaftlerin Sabine Doering, die Germanistik und Evangelische Theologie studierte und an der Oldenburger Carl von Ossietzky-Universität Professorin für Neuere deutsche Literatur ist, sprach Sibylle Lewitscharoff über Sprachverwirrungen und die theologische Dimension von Wundern. 

 

Am 2. Mai 2017 sprachen der Schriftsteller Michael Krüger und die Kulturjournalistin, Kritikerin und Autorin Sieglinde Geisel unter dem Titel 
„Konstellationen: Ich ist ein anderer“ 
über Krügers Roman „Das Irrenhaus“, die Schwierigkeit, die eine Identität zu finden und über die menschlichen Untiefen des Literaturbetriebs.

 

Es folgten am 14. November 2017 die „Konstellationen: Money, money, money”. Ingo Schulze debattierte mit Prof. Christoph Türcke über seinen neuen Roman und eine Philosophie des Geldes.

 

Zu den „Konstellationen: Flucht und Zuflucht” am 19. November 2017 begrüßte Matthias Bormuth die Schriftstellerin Olga Grjasnowa und die Soziologin Ina Jekeli. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen der Roman „Gott ist nicht schüchtern“ und ein Diskurs über Flucht und Vertreibung.

Konstellationen 2019

19. Februar 2019

Mit „Das Mädchen“ und „April“ – beide auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis – schrieb Angelika Klüssendorf die Geschichte einer starken jungen Frau, die ihren Weg unter widrigen Umständen geht. In „Jahre später“ erzählt sie nun von Aprils Ehe als ihrer intensivsten, aber auch zerstörerischten Beziehung. In der Reihe ‚Konstellationen‘ spricht sie mit Prof. Dr. Jörg Zimmermann, dem Direktor der Klinik für Suchtmedizin und Psychotherapie der Oldenburger Karl-Jaspers-Klinik, über die psychologischen und gesellschaftlichen Katastrophen, die Identitäten prägen. Michael Sommer, Professor für Alte Geschichte und stellvertretender Vorsitzender des Philosophischen Fakultätentags, moderiert ihren Austausch.
 

30. April 2019

Feridun Zaimoglus neuer Roman „Die Geschichte der Frau“ ist ein feministisches Manifest, ein unverfrorenes Bekenntnis zur Notwendigkeit einer neuen Menschheitserzählung – aus der Sicht der Frau. Sein Buch lässt zehn außerordentliche Frauen vom Zeitalter der Heroen bis in die Gegenwart, von Antigone über Judith bis Valerie Solanas zur Sprache kommen. Ihre Sicht auf die Dinge wurde nicht überliefert, denn es war ihnen vorbehalten, schweigend unsichtbar zu bleiben oder dekorativ im Bild zu stehen. Zaimoglu zeigt sich in seinem neuen Roman erneut als ein Meister der Vielstimmigkeit. Er spricht mit der Historikerin Dr. Franziska Meifort über Gleichberechtigung und alte Klischees, die nicht an Aktualität verloren haben. Michael Sommer, Professor für Alte Geschichte und stellvertretender Vorsitzender des Philosophischen Fakultätentags, moderiert ihren Austausch.

 

18. Juni 2019

Jan Brandts
Roman „Gegen die Welt“ stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und wurde mit dem Nicolas-Born-Debütpreis ausgezeichnet. Sein neues Buch kreist um Stadt und Land, Utopie und Heimat. In „Ein Haus auf dem Land“ nimmt er uns mit in sein ostfriesisches Heimatdorf Ihrhove, in dem das Haus seines Urgroßvaters vor dem Abriss steht. Der Eigentümer, ein Bauunternehmer, sieht keinen Grund, das Alte zu erhalten, wo sich durch etwas Neues der Profit um ein Vielfaches steigern lässt. Doch Jan Brandt nimmt den Kampf auf, um den Gulfhof zu retten, das Symbol seiner Herkunft. In Berlin droht ihm wegen der Anmeldung von Eigenbedarf zeitgleich der Rauswurf aus seiner Mietwohnung, und er bekommt zu spüren, dass bezahlbarer städtischer Wohnraum immer knapper wird. Mit Daniel Fuhrhop spricht er darüber, wie und wo wir leben wollen. Fuhrhop gründete 1998 den Stadtwandel Verlag mit Publikationen zur Architektur. Noch als Verleger begann er, mit Experten aus Stadtplanung, Architektur und Immobilien nach einem sinnvollen „Stadtwandel in Zeiten des Klimawandels“ zu suchen und startete eine gleichnamige Publikationsreihe. 2013 verkaufte er den Verlag und startete den Blog „Verbietet das Bauen“. Monika Eden, die Leiterin des Literaturbüros, moderiert ihren Austausch.

 

11. September

Nora Bossong, 1982 in Bremen geboren, schreibt Lyrik, Romane und Essays, für die sie mehrfach ausgezeichnet wurde. Ihr neuer Roman „Schutzzone” fragt nach der Bedeutung von Vertrauen und Verantwortung. Danach, wie Schutz und Herrschaft ineinandergreifen. Die Schriftstellerin liest aus ihrem Buch und spricht mit Jannika Mattes darüber, wie sich Zeugenschaft zur Wahrheit verhält und wer darüber zu Gericht sitzt. Sie ist Professorin für Organisation und Innovation am Institut für Sozialwissenschaften der Oldenburger Universität. Michael Sommer, Professor für Alte Geschichte und stellvertretender Vorsitzender des Philosophischen Fakultätentags, moderiert ihren Austausch.
 

 

 

Förderpartner
Literaturbüro Oldenburg

Peterstraße 3

26121 Oldenburg