ABC der Demokratie

Staatstheater Hannover

© Schauspiel Hannover | Foto: Kerstin Schomburg

Gastgeber: Ijoma Mangold

Ijoma Mangold | © Schauspiel Hannover | Foto: Kerstin Schomburg

Der renommierte Journalist und Autor Ijoma Mangold ist Gastgeber der Gesprächsreihe „ABC der Demokratie”. In der Spielzeit 2020/2021 wird die Begriffsklärung mit den Schlagworten Nation, Opposition, Parlament, Queer und Rassimus fortgeführt.

Ijoma Mangold wurde 1971 in Heidelberg geboren. Er studierte Literaturwissenschaften und Philosophie in München und Bologna. Nach Stationen bei der Berliner Zeitung und der Süddeutschen Zeitung, ist er seit 2009 bei der ZEIT, deren Literaturchef er von 2013-2018 war. Jetzt ist er ihr kulturpolitischer Korrespondent. Mit Amelie Fried moderierte er die ZDF-Sendung „Die Vorleser“. Mangold ist Träger des Berliner Preises für Literaturkritik, hatte Gastprofessuren in Göttingen und St. Louis und ist ständiger Kritiker des Lesenswert-Quartetts im SWR. Im Sommer 2017 erschien „Das deutsche Krokodil - Meine Geschichte“ beim Rowohlt Verlag. Er lebt in Berlin.

Das ABC der Demokratie

Ijoma Mangold im Gespräch mit Heinz Bude | © Schauspiel Hannover | Foto: Kerstin Schomburg

A - AMERIKA
CAROLIN EMCKE IM GESPRÄCH 
MIT DEM AUTOR UND FOTOGRAFEN TEJU COLE

1975 in den USA geboren, wuchs Teju Cole in Nigeria auf und kam als Jugendlicher in die USA. Er lehrt am Bard College und ist der Fotografiekritiker des New York Times Magazine. Seine fotografische Arbeit wird international ausgestellt, seine Bücher Open City und Jeder Tag gehört dem Dieb gelten als herausragende Werke der neueren amerikanischen Literatur. Er wurde unter anderem mit dem PEN/Hemingway Award, dem Internationalen Literatur­preis und dem Windham Campbell Prize ausgezeichnet. Seine Popularität verdankt er vor allem seinen Essays im New Yorker, im Atlantic und im New York Times Magazine, in denen er regelmäßig über die Wider­sprüchlichkeiten seines Daseins und der USA schreibt.

 

B - BILD
CAROLIN EMCKE IM GESPRÄCH MIT DEM KUNSTHISTORIKER PETER GEIMER

1965 in Kettwig geboren, studierte Peter Geimer Kunstgeschichte, Neuere deutsche Literatur und Philosophie. Er war am Max Planck Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin und am Sonderforschungsbereich Literatur und Anthropolgie der Universität Konstanz tätig, später als Gastdozent an der ETH Zürich und Mitglied des Natio­nalen Forschungsschwerpunkts Bildkritik an der Universität Basel. Seit 2010/11 ist er Professor für Neuere und Neueste Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin. Er forscht intensiv zu Fragen von Bild und Bild­störung, epistemischen Bildern sowie Resten, Reliquien und Zeugs. Sein Werk widmet sich einer Wissens­kultur, die auf Bilder angewiesen ist, sich aber fragt, ob sie den Bildern glauben oder zutiefst misstrauen soll.

 

C - CHRONIK
CAROLIN EMCKE IM GESPRÄCH MIT DER 
ANGLISTIN, ÄGYPTOLOGIN, LITERATUR- UND KULTURWISSENSCHAFTLERIN ALEIDA ASSMANN

1947 in Bethel bei Bielefeld geboren, studierte Aleida Assmann Anglistik und Ägyptologie und promovierte in beiden Fächern. 1993 erhielt sie den Ruf auf den Lehrstuhl für Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz. Gastprofessuren führten sie unter anderem an die Princeton University und nach Yale. Sie gilt als „Erinnerungsexpertin“. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehört seit den 1990er Jahren die Kultur­anthropologie mit den Themen kulturelles Gedächtnis, Erinnerung und Vergessen. Intensiv hat sie sich mit der deutschen Erinnerungsgeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg sowie mit kulturwissenschaftlicher Gedächtnisforschung und -theorie beschäftigt.


D - DEMOKRATIE 2.0
CAROLIN EMCKE IM GESPRÄCH MIT DER SOZIOLOGIN 
EVA ILLOUZ

1961 in Fès, Marokko geboren, studierte Eva Illouz Soziologie, Kommunikationswissenschaft und Literatur­wissenschaft in Paris, Jerusalem und Pennsylvania. Seit 2006 ist sie Professorin für Sozio­logie und Anthropologie der Hebräischen Universität in Jerusalem. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören die Soziologie der Emotionen, der Konsumgesellschaft und der Medienkultur. In ihrem neuen Buch »Wa(h)re Gefühle: Authentizität im Konsumkapitalismus« unterzieht sie Gefühlen in der gegenwärtigen Politik einer strukturellen Analyse und geht der Frage nach, wie man sich wehren kann, wenn die Lüge an der Herrschaft ist.


E – ERBE
CAROLIN EMCKE IM GESPRÄCH MIT DER KUNSTHISTORIKER BÉNÉDICTE SAVOY

Mit der Kunsthistorikerin und Leibniz-Preisträgerin Prof. Dr. Bénédicte Savoy startet Carolin Emcke in die zweite Spielzeit des ABC der Demokratie am Schauspiel Hannover. Mit ihr gemeinsam wird sie sich dem Buchstaben E für Erbe annähern und Fragen nachgehen, wie: Was bedeutet Kultur als Erbschaft für eine Demokratie? Welchen Reichtum, aber auch welche Bürgschaft bergen die Kulturgüter aus Gemälden, Artefakten, die in den Museen unsere Geschichte reflektieren und wie gehen wir mit Objekten um, die eine Geschichte der Gewalt, des Raubs und der Enteignung in sich tragen?


F – FACEBOOK
CAROLIN EMCKE IM GESPRÄCH MIT DEM AUTOR UND DIGITALISIERUNGSEXPERTEN SASCHA LOBO

Sascha Lobo, Jahrgang 1975, arbeitet als Autor und Vortragsredner. Er hat mehrere Bücher über die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft verfasst und schreibt seit 2011 eine wöchentliche Kolumne bei Spiegel Online. Ab und zu empört er sich in Talkshows, macht Digitalprojekte oder dreht Filme für das ZDF.

 

G - GLAUBE
CAROLIN EMCKE IM GESPRÄCH MIT DER ISLAMWISSENSCHAFTLERIN KATAJUN AMIRPUR

Katajun Amirpur wurde 1971 in Köln als Tochter einer deutschen Mutter und eines iranischen Vaters geboren. Sie studierte Islamwissenschaft in Bonn und Teheran. Promotion und Habilitation über islamische Reformtheologie. Professuren in Zürich und Hamburg, seit April 2018 in Köln. Jüngste Veröffentlichung: Reformislam.

 

H - HEIMAT
CAROLIN EMCKE IM GESPRÄCH MIT DEM SCHRIFTSTELLER FERIDUN ZAIMOGLU

Feridun Zaimoglu, geboren 1964 im anatolischen Bolu und aufgewachsen in Deutschland, studierte Kunst und Medizin. 1995 erschien sein Roman Kanak Sprak, gefolgt von vielen weiteren Romanen und Theaterstücken. Sein Roman Abschaum wurde unter dem Titel Kanak Attack in der Regie von Lars Becker verfilmt. Seine Romane Isabel (2014) un, Siebentürmeviertel (2015) und Evangelio (2017) standen auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Er wurde für seine Arbeiten vielfach ausgezeichnet unter anderem mit dem civis Hörfunk- und Fernsehpreis, dem Friedrich-Hebbel-Preis, dem Jury-Preis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs, dem Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein und dem Preis der Literaturhäuser.

 

I – IDENTITÄT
IJOMA MANGOLD IM GESPRÄCH MIT DEM SOZIOLOGEN HEINZ BUDE

Heinz Bude, geboren 1954, studierte Soziologie, Philosophie und Psychologie. Seit 2000 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Makrosoziologie an der Universität Kassel. Von 1997-2015 leitete er den Bereich „Die Gesellschaft der Bundesrepublik” am Hamburger Institut für Sozialforschung. 2014 veröffentlichte er sein Buch Gesellschaft der Angst, in dem er beschrieben hat, wie das Gefühl der Angst zur zentralen sozialen Kraft geworden ist. In seinem zuletzt erschienenen Buch Solidarität: Die Zukunft einer großen Idee plädiert er für ein neues Verständnis von Solidarität und einem gesellschaftlichem Wir: Wie können wir unser eigenes Ich im Anderen wiedererkennen?

 

J – JUDENTUM
IJOMA MANGOLD IM GESPRÄCH MIT DER AUTORIN DEBORAH FELDMAN

Deborah Feldman, geboren 1986, wuchs in der chassidischen Gemeinde in Williamsburg, New York, auf. Ihre Muttersprache ist Jiddisch. Sie studierte am Sarah Lawrence College Literatur. Ihr autobiografischer Roman Unorthodox, der von ihrem Leben in einer ultraorthodoxen jüdischen Gruppe und ihrer Emanzipation von ihr erzählt, wurde schlagartig ein spektakulärer New-York-Times-Bestseller und erreichte eine Millionenauflage. In gleichnamiger deutscher Übersetzung wurde der Titel zum Spiegel-Bestseller. Deborah Feldman lebt in Berlin.

 

K – KLASSE
IJOMA MANGOLD IM GESPRÄCH MIT DEM POLITIKWISSENSCHAFTLER PHILIP MANOW

Philip Manow ist seit 2010 Professor für Vergleichende Politische Ökonomie an der Universität Bremen. Seine Forschungsschwerpunkte liegen u.a. im Bereich der vergleichenden Wohlfahrtsstaatsforschung, des deutschen politischen Systems, und der Politischen Theorie. Zu seinen letzten Buchveröffentlichungen gehört die Studie Die Politische Ökonomie des Populismus (Suhrkamp 2018), die den Zusammenhang von Kapitalismus und Populismus beschreibt, sowie der Sammelband Welfare democracies and party politics: Explaining electoral dynamics in times of changing welfare capitalism (Oxford University Press 2018)

 

L – LIEBE: Sonderausgabe im Ferngespräch
IJOMA MANGOLD IM GESPRÄCH MIT DER LITERATURWISSENSCHAFTLERIN BARBARA VINKEN

Barbara Vinken ist seit 2004 Professorin für Allgemeine und Französische Literaturwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie schreibt außerdem regelmäßig für Die Zeit, Neue Zürcher Zeitung, Harper´s Bazaar und Philosophie Magazin. Zudem ist sie regelmäßig in der 3sat-Buchzeit zu sehen. Ihre Radiokolumne Stilfältig wird immer freitags bei Radio Bremen 2 ausgestrahlt. Sie lehrt und publiziert intensiv über den sozialen Stellenwert von Liebe und dem Erzählen darüber. Zuletzt erschien ihr Buch Liebe, Lust und Leidenschaft in der Literatur.

 

M – MACHT: Sonderausgabe im Ferngespräch
IJOMA MANGOLD IM GESPRÄCH MIT DEM POLITIKWISSENSCHAFTLER HERFRIED MÜNKLER

Herfried Münkler, geboren 1951, ist Professor für Politikwissenschaft an der Berliner Humboldt-Universität und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Münkler setzt sich in seinem umfangreichen Werk intensiv mit dem Verhältnis von Wahrheit und Macht aueinander und argumentiert dafür, Macht wieder als ein grundlegendes Gegebenes des politischen Lebens anzuerkennen. Viele seiner Bücher gelten mittlerweile als Standardwerke, etwa Die neuen Kriege (2002), Imperien (2005), Die Deutschen und ihre Mythen (2009), das mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde, sowei Der Große Krieg (2013) und Die neuen Deutschen (2016), die beide monatelang auf der Spiegel-Bestsellerliste standen. Im September erschien sein Buch Abschied vom Abstieg. Eine Agenda für Deutschland bei Rowohlt.

 

N – NATION
Entfallen
IJOMA MANGOLD IM GESPRÄCH MIT DEM POLITOLOGEN IVAN KRASTEV


Ivan Krastev, 1965 in Bulgarien geboren, ist Politologe. Er schreibt für die internationale Ausgabe der New York Times. 2017 erschien sein Essay Europadämmerung, 2019 der Essay Das Licht, das erlosch, den er gemeinsam mit Stephen Holmes verfasst hat. Beide Essays untersuchen die historischen, emotionalen und ökonomischen Ursachen der nationalistischen Rhetorik unserer Gegenwart. Die Auseinandersetzung mit postkommunistischen Desintegrationserscheinungen und Reformbemühungen der europäischen Nationalstaaten ist sein Schwerpunkt.


O – OPPOSITION Sonderausgabe im Ferngespräch
IJOMA MANGOLD IM GESPRÄCH MIT DEM AUTOR INGO SCHULZE


Ingo Schulze wurde 1962 in Dresden geboren und lebt in Berlin. Seine Texte, beispielsweise das Opus magnum Neue Leben (2005) oder Peter Holtz. Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst (2017), für den er mit dem Rheingau Literatur Preis ausgezeichnet wurde und der auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stand, sind poetische Vermessungen der Widersprüche, die politische und ökonomische Systeme wie der Kapitalismus und der Kommunismus hinterlassen. Wie können wir heute grundlegende Formen von Oppositionen und Kritik denken, um die sich als alternativlos gebärdende Normalität samt ihren Ideologien in Frage zu stellen?


P – PARLAMENT
14. JANUAR 2021
IJOMA MANGOLD IM GESPRÄCH MIT DEM RECHTSWISSENSCHAFTLER CHRISTOPH MÖLLERS


Christoph Möllers, geboren 1969, ist Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin. In seinen Werken beschäftigt sich Möllers intensiv mit dem Parlament als Raum der politischen Auseinandersetzung, in der sich die Einheit aus Mehrheit und Regierung präsentiert und oppositioneller Kritik stellt. Im Frühjahr 2020 erschien sein neues Buch Freiheitsgrade: Über liberale Elemente im politischen Feld, das insbesondere neue Perspektiven auf den Begriff der politischen Repräsentation wirft. Möllers ist Träger des Leibniz-Preises der Deutschen Forschungsgemeinschaft 2016.


Q – QUEER
18. MÄRZ 2021
IJOMA MANGOLD IM GESPRÄCH MIT DER AUTORIN ENIS MACI


Enis Maci, geboren 1993 in Gelsenkirchen, ist Dramatikerin und Essayistin. 2019 erhielt sie den Literatur- preis „Text & Sprache“. 2018 veröffentlichte sie ihren Essayband Eiscafé Europa im Suhrkamp Verlag. Dieser Essayband und ihre Theatertexte sind im radikalsten Sinne queer: in ständiger Veränderung begriffen, fließen sie von einer Form zur nächsten, umspannen Inhalte, die zeitlich und räumlich auseinander zu liegen scheinen, um sie zu einem Dritten zusammenzuführen. Ihre Texte entwerfen eine literarische Kosmologie von Verhältnissen im Werden.


R – RASSISMUS
6. MAI 2021
IJOMA MANGOLD IM GESPRÄCH MIT DER AUTORIN JACKIE THOMAE


Jackie Thomae, 1972 in Halle an der Saale geboren, ist Journalistin und Fernsehautorin. Im Sommer 2019 veröffentlichte sie ihren zweiten Roman Brüder, der auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2019 stand. Brüder ist ein groß angelegter epischer Roman, der die Protagonisten, zwei konträre Brüder eines afrikanischen Vaters, von deren Kindheit in der DDR in die Welt bis nach London, Paris und Südamerika führt. Thomaes Literatur vergrößert politische Konfliktzonen von Hautfarbe, Schicksal, Herkunft und Prägung in individuellen Lebensgeschichten. Sie lebt in Berlin.

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