ABC der Demokratie

Staatstheater Hannover

© Schauspiel Hannover | Foto: Kerstin Schomburg

Ijoma Mangold neuer Gastgeber

Ijoma Mangold | © Schauspiel Hannover | Foto: Kerstin Schomburg

Zur Spielzeit 19/20 des Schauspiels Hannover übernimmt der renommierte Journalist und Autor Ijoma Mangold als neuer Gastgeber die Gesprächsreihe „ABC der Demokratie”. Nach acht Ausgaben – A bis H – übergibt Carolin Emcke das Mikrofon, um sich neuen Projekten widmen zu können.
Ijoma Mangold führt die Begriffsklärung ab Herbst 2019 mit den Schlagworten Identität, Judentum, Klasse, Liebe und Macht fort.

Ijoma Mangold wurde 1971 in Heidelberg geboren. Er studierte Literaturwissenschaften und Philosophie in München und Bologna. Nach Stationen bei der Berliner Zeitung und der Süddeutschen Zeitung, ist er seit 2009 bei der ZEIT, deren Literaturchef er von 2013 - 2018 war. Jetzt ist er ihr kulturpolitischer Korrespondent. Mit Amelie Fried moderierte er die ZDF-Sendung „Die Vorleser“. Mangold ist Träger des Berliner Preises für Literaturkritik, hatte Gastprofessuren in Göttingen und St. Louis und ist ständiger Kritiker des Lesenswert-Quartetts im SWR. Im Sommer 2017 erschien „Das deutsche Krokodil - Meine Geschichte“ beim Rowohlt Verlag. Er lebt in Berlin.

Das ABC der Demokratie

Ijoma Mangold im Gespräch mit Heinz Bude | © Schauspiel Hannover | Foto: Kerstin Schomburg

A - AMERIKA
CAROLIN EMCKE IM GESPRÄCH 
MIT DEM AUTOR UND FOTOGRAFEN TEJU COLE

1975 in den USA geboren, wuchs Teju Cole in Nigeria auf und kam als Jugendlicher in die USA. Er lehrt am Bard College und ist der Fotografiekritiker des New York Times Magazine. Seine fotografische Arbeit wird international ausgestellt, seine Bücher Open City und Jeder Tag gehört dem Dieb gelten als herausragende Werke der neueren amerikanischen Literatur. Er wurde unter anderem mit dem PEN/Hemingway Award, dem Internationalen Literatur­preis und dem Windham Campbell Prize ausgezeichnet. Seine Popularität verdankt er vor allem seinen Essays im New Yorker, im Atlantic und im New York Times Magazine, in denen er regelmäßig über die Wider­sprüchlichkeiten seines Daseins und der USA schreibt.

 

B - BILD
CAROLIN EMCKE IM GESPRÄCH MIT DEM KUNSTHISTORIKER PETER GEIMER

1965 in Kettwig geboren, studierte Peter Geimer Kunstgeschichte, Neuere deutsche Literatur und Philosophie. Er war am Max Planck Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin und am Sonderforschungsbereich Literatur und Anthropolgie der Universität Konstanz tätig, später als Gastdozent an der ETH Zürich und Mitglied des Natio­nalen Forschungsschwerpunkts Bildkritik an der Universität Basel. Seit 2010/11 ist er Professor für Neuere und Neueste Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin. Er forscht intensiv zu Fragen von Bild und Bild­störung, epistemischen Bildern sowie Resten, Reliquien und Zeugs. Sein Werk widmet sich einer Wissens­kultur, die auf Bilder angewiesen ist, sich aber fragt, ob sie den Bildern glauben oder zutiefst misstrauen soll.

 

C - CHRONIK
CAROLIN EMCKE IM GESPRÄCH MIT DER 
ANGLISTIN, ÄGYPTOLOGIN, LITERATUR- UND KULTURWISSENSCHAFTLERIN ALEIDA ASSMANN

1947 in Bethel bei Bielefeld geboren, studierte Aleida Assmann Anglistik und Ägyptologie und promovierte in beiden Fächern. 1993 erhielt sie den Ruf auf den Lehrstuhl für Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz. Gastprofessuren führten sie unter anderem an die Princeton University und nach Yale. Sie gilt als „Erinnerungsexpertin“. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehört seit den 1990er Jahren die Kultur­anthropologie mit den Themen kulturelles Gedächtnis, Erinnerung und Vergessen. Intensiv hat sie sich mit der deutschen Erinnerungsgeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg sowie mit kulturwissenschaftlicher Gedächtnisforschung und -theorie beschäftigt.


D - DEMOKRATIE 2.0
CAROLIN EMCKE IM GESPRÄCH MIT DER SOZIOLOGIN 
EVA ILLOUZ

1961 in Fès, Marokko geboren, studierte Eva Illouz Soziologie, Kommunikationswissenschaft und Literatur­wissenschaft in Paris, Jerusalem und Pennsylvania. Seit 2006 ist sie Professorin für Sozio­logie und Anthropologie der Hebräischen Universität in Jerusalem. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören die Soziologie der Emotionen, der Konsumgesellschaft und der Medienkultur. In ihrem neuen Buch »Wa(h)re Gefühle: Authentizität im Konsumkapitalismus« unterzieht sie Gefühlen in der gegenwärtigen Politik einer strukturellen Analyse und geht der Frage nach, wie man sich wehren kann, wenn die Lüge an der Herrschaft ist.


E – ERBE
CAROLIN EMCKE IM GESPRÄCH MIT DER KUNSTHISTORIKER BÉNÉDICTE SAVOY

Mit der Kunsthistorikerin und Leibniz-Preisträgerin Prof. Dr. Bénédicte Savoy startet Carolin Emcke in die zweite Spielzeit des ABC der Demokratie am Schauspiel Hannover. Mit ihr gemeinsam wird sie sich dem Buchstaben E für Erbe annähern und Fragen nachgehen, wie: Was bedeutet Kultur als Erbschaft für eine Demokratie? Welchen Reichtum, aber auch welche Bürgschaft bergen die Kulturgüter aus Gemälden, Artefakten, die in den Museen unsere Geschichte reflektieren und wie gehen wir mit Objekten um, die eine Geschichte der Gewalt, des Raubs und der Enteignung in sich tragen?


F – FACEBOOK: 4. Dezember 2018
CAROLIN EMCKE IM GESPRÄCH MIT DEM AUTOR UND DIGITALISIERUNGSEXPERTEN SASCHA LOBO

Sascha Lobo, Jahrgang 1975, arbeitet als Autor und Vortragsredner. Er hat mehrere Bücher über die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft verfasst und schreibt seit 2011 eine wöchentliche Kolumne bei Spiegel Online. Ab und zu empört er sich in Talkshows, macht Digitalprojekte oder dreht Filme für das ZDF.

 

G - GLAUBE: 28. Januar 2019
CAROLIN EMCKE IM GESPRÄCH MIT DER ISLAMWISSENSCHAFTLERIN KATAJUN AMIRPUR

Katajun Amirpur wurde 1971 in Köln als Tochter einer deutschen Mutter und eines iranischen Vaters geboren. Sie studierte Islamwissenschaft in Bonn und Teheran. Promotion und Habilitation über islamische Reformtheologie. Professuren in Zürich und Hamburg, seit April 2018 in Köln. Jüngste Veröffentlichung: Reformislam.

 

H - HEIMAT: 14. Mai 2019
CAROLIN EMCKE IM GESPRÄCH MIT DEM SCHRIFTSTELLER FERIDUN ZAIMOGLU

Feridun Zaimoglu, geboren 1964 im anatolischen Bolu und aufgewachsen in Deutschland, studierte Kunst und Medizin. 1995 erschien sein Roman Kanak Sprak, gefolgt von vielen weiteren Romanen und Theaterstücken. Sein Roman Abschaum wurde unter dem Titel Kanak Attack in der Regie von Lars Becker verfilmt. Seine Romane Isabel (2014) un, Siebentürmeviertel (2015) und Evangelio (2017) standen auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Er wurde für seine Arbeiten vielfach ausgezeichnet unter anderem mit dem civis Hörfunk- und Fernsehpreis, dem Friedrich-Hebbel-Preis, dem Jury-Preis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs, dem Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein und dem Preis der Literaturhäuser.

 

I – IDENTITÄT: 24. Oktober 2019
IJOMA MANGOLD IM GESPRÄCH MIT DEM SOZIOLOGEN HEINZ BUDE

Heinz Bude, geboren 1954, studierte Soziologie, Philosophie und Psychologie. Seit 2000 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Makrosoziologie an der Universität Kassel. Von 1997-2015 leitete er den Bereich „Die Gesellschaft der Bundesrepublik” am Hamburger Institut für Sozialforschung. 2014 veröffentlichte er sein Buch Gesellschaft der Angst, in dem er beschrieben hat, wie das Gefühl der Angst zur zentralen sozialen Kraft geworden ist. In seinem zuletzt erschienenen Buch Solidarität: Die Zukunft einer großen Idee plädiert er für ein neues Verständnis von Solidarität und einem gesellschaftlichem Wir: Wie können wir unser eigenes Ich im Anderen wiedererkennen?

 

J – JUDENTUM: 21. November 2019
IJOMA MANGOLD IM GESPRÄCH MIT DER AUTORIN DEBORAH FELDMAN

Deborah Feldman, geboren 1986, wuchs in der chassidischen Gemeinde in Williamsburg, New York, auf. Ihre Muttersprache ist Jiddisch. Sie studierte am Sarah Lawrence College Literatur. Ihr autobiografischer Roman Unorthodox, der von ihrem Leben in einer ultraorthodoxen jüdischen Gruppe und ihrer Emanzipation von ihr erzählt, wurde schlagartig ein spektakulärer New-York-Times-Bestseller und erreichte eine Millionenauflage. In gleichnamiger deutscher Übersetzung wurde der Titel zum Spiegel-Bestseller. Deborah Feldman lebt in Berlin.

 

K – KLASSE: 13. Februar 2020

Wer Gast von Ijoma Mangold zum Thema Klasse sein wird, wird Anfang Januar 2020 bekanntgegeben.

 

L – LIEBE: 19. März 2020
IJOMA MANGOLD IM GESPRÄCH MIT DER LITERATURWISSENSCHAFTLERIN BARBARA VINKEN

Barbara Vinken ist seit 2004 Professorin für Allgemeine und Französische Literaturwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie schreibt außerdem regelmäßig für Die Zeit, Neue Zürcher Zeitung, Harper´s Bazaar und Philosophie Magazin. Zudem ist sie regelmäßig in der 3sat-Buchzeit zu sehen. Ihre Radiokolumne Stilfältig wird immer freitags bei Radio Bremen 2 ausgestrahlt. Sie lehrt und publiziert intensiv über den sozialen Stellenwert von Liebe und dem Erzählen darüber. Zuletzt erschien ihr Buch Liebe, Lust und Leidenschaft in der Literatur.

 

M – MACHT: 28. Mai 2020
IJOMA MANGOLD IM GESPRÄCH MIT DEM POLITIKWISSENSCHAFTLER HERFRIED MÜNKLER

Herfried Münkler, geboren 1951, ist Professor für Politikwissenschaft an der Berliner Humboldt-Universität und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Münkler setzt sich in seinem umfangreichen Werk intensiv mit dem Verhältnis von Wahrheit und Macht aueinander und argumentiert dafür, Macht wieder als ein grundlegendes Gegebenes des politischen Lebens anzuerkennen. Viele seiner Bücher gelten mittlerweile als Standardwerke, etwa Die neuen Kriege (2002), Imperien (2005), Die Deutschen und ihre Mythen (2009), das mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde, sowei Der Große Krieg (2013) und Die neuen Deutschen (2016), die beide monatelang auf der Spiegel-Bestsellerliste standen. Im September erschien sein Buch Abschied vom Abstieg. Eine Agenda für Deutschland bei Rowohlt.

 

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