SPECTRUM – Internationaler Preis
für Fotografie

Die Photogalerie Spectrum wurde als eine der ersten Fotogalerien Europas 1972 in Hannover gegründet. Durch ehrenamtliches Engagement konnten hier bis 1992 eindrucksvolle Ausstellungen, beispielsweise von Hein Gorny, Robert Capa oder Andreas Feininger gezeigt werden.

Mit dem SPECTRUM – Internationaler Preis für Fotografie knüpfen die Stiftung Niedersachsen und das Sprengel Museum Hannover an diese Zeit an und würdigen die Bedeutung der Fotografie als zeitgenössisches Medium der Bildenden Kunst. Der Preis ist mit 15.000 € dotiert. Darüber hinaus stellen eine umfassende Ausstellung im Sprengel Museum und ein mehrsprachiger Katalog den Künstler einer breiten Öffentlichkeit vor.

Seit 1994 wurden bereits neun renommierte, internationale Fotografen mit dem Preis geehrt. Sie repräsentieren dabei eine umfassende Bandbreite des Mediums – den dokumentarischen Stil (Robert Adams und Helen Levitt), das Zusammenspiel von Bild und Text (Sophie Calle), das konzeptionelle Vorgehen (Martha Rosler) oder das Spiel mit den Bildern (John Baldessari). 

Preisträgerin 2019: Fiona Tan

Fiona Tan: Ascent, 2016 | Video Still, 2-teilige Installation, 77 Min. Loop | © Fiona Tan, 2019 | Courtesy the artist and Frith Street Gallery

Der 11. SPECTRUM – Internationaler Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen wird 2019 an die 1966 in Pekanbaru (Indonesien) geborene, heute in Amsterdam lebende Fotografin und Medienkünstlerin Fiona Tan verliehen.

 

Mit der Entscheidung für die international renommierte Künstlerin Fiona Tan würdigt die Jury deren konzeptionellen, medientheoretischen Einsatz der Fotografie. An der Schnittstelle zum Medium Film und in installativen Arbeiten gelingt Tan seit zwei Jahrzehnten eine neue ästhetische Repräsentation von Fotografie.

 

Die internationale Jury zur Vergabe des Preises an Fiona Tan begründet die Wahl wie folgt:

„In herausragender Weise hat die Künstlerin in den letzten knapp 20 Jahren die Fotografie in ihrer Geschichte, ihren Kontexten, Intentionen und Erscheinungsformen als ein Medium der visuellen Repräsentation analysiert. Dadurch ist es Fiona Tan gelungen, die Wechselwirkungen zwischen einem Medium und Identitätsformationen sichtbar zu machen (…). Oder anders gesagt: Fiona Tan untersucht Bilder. Sie fragt nach den Kontexten ihrer Entstehung. Sie widmet sich ihrer Geschichte. Sie analysiert ihre Funktion und die in ihnen fassbaren Machtkonstellationen bei der Repräsentation von Menschen. Tan dechiffriert einen westlichen und oftmals kolonialen Blick der Fotografie und verdeutlicht damit die Einseitigkeit und Tendenz von Geschichtsbildern. So sind ihre Arbeiten immer auch ein Kommentar auf Fotografie als Ausdruck von kulturellen und gesellschaftlichen Formationen und einer politischen Ikonografie.” (Für die Jury – Dr. Martin Hochleitner)

 

Jury

Prof. Dr. Martina Dobbe (Kunstakademie Düsseldorf), Natasha Egan (Museum of Contemporary Photography, Chicago), Lavinia Francke (Stiftung Niedersachsen), Dr. Stefan Gronert (Sprengel Museum Hannover), Prof. Dr. Martin Hochleitner (Museum Salzburg)

Bisherige Preisträger:

Ausstellungsplakat Hannah Collins, Preisträgerin des Spetrum-Preises 2015 | Sprengel Museum Hannover, 2015 | © Sprengel Museum Hannover

2017: Rineke Dijkstra/Niederlande
2015: Hannah Collins/Großbritannien
2013: Boris Mikhailov/Ukraine
2011: Bahman Jalali/Iran
2008: Helen Levitt/USA
2005: Martha Rosler/USA
2002: Sophie Calle/Frankreich
1999: John Baldessari/USA
1997: Thomas Struth/Deutschland
1994: Robert Adams/USA

Ansprechpartnerin
Dr. Tabea Golgath
Referentin Museen und Kunst