sozioK_change

Wie kann ein Wechsel in der Leitungsebene einer Institution gestaltet werden? Welche Möglichkeit gibt es, neue Publikumsschichten zu begeistern? Wie können Abläufe optimiert und Strukturen langfristig verändert werden? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigen sich viele kulturelle Institutionen zurzeit. Für zahlreiche soziokulturelle Einrichtungen werden sie in den kommenden Jahren überlebenswichtig werden. Anstehende Generationswechsel, der demografische Wandel und die Digitalisierung oder veränderte Bedingungen in der ehrenamtlichen Arbeit sind Themen, die immer drängender werden.

Mit dem Programm sozioK_change wollen wir die Vielfalt der Soziokultur im Land erhalten und den Einrichtungen den Raum geben, sich zukunftsfähig aufzustellen.

Lavinia Francke

Die Stiftung Niedersachsen hat mit dem Programm sozioK_change ein Förderinstrument entwickelt, welches ausgewählte soziokulturelle Einrichtungen durch einen langfristigen Veränderungsprozess begleitet. Dazu erhalten die Träger für drei Jahre 25.000 €, zusätzliche Beratungsleistungen und Fortbildungsangebote. Neben der Erarbeitung eines Handlungskonzeptes und klarer Zielsetzung wird von den soziokulturellen Einrichtungen vor allem erwartet, die Herausforderungen der Veränderung aktiv anzugehen. 

Ausgewählte Institutionen für die dritte Förderrunde:

Cameo Kollektiv e.V. | Hannover

Zentrum des jungen Kollektivs ist ein interkultureller Co-Workingspace, der als Treffpunkt und Kreativbüro dient. Ideen, Arbeiten und Veranstaltungen werden auf der Webplattform upgration.de publiziert. Der momentane Probebetrieb soll in den kommenden drei Jahren institutionalisiert werden. 

 

Lumière Film- und Kinoinitiative e. V. | Göttingen

Das Lumière zählt zu den großen gemeinnützigen Kultureinrichtungen in Göttingen. 2018/2019 stehen ein Wechsel in der Geschäftsführung und eine räumliche Erweiterung an. Der Betrieb muss zudem finanziell und digital zukunftsfähig aufgestellt werden.

 

Kulturzentrum Seefelder Mühle e. V. | Stadland, Wesermarsch

Kulturveranstaltungen, Kurse und partizipative Projekte gehören zum breiten Angebot des Kulturzentrums Seefelder Mühle in der Wesermarsch. Das Zentrum will seine Strukturen auf den Prüfstand stellen und sich finanziell und programmatisch besser positionieren.

 

Theaterpädagogisches Zentrum für Braunschweig und die Region e.V. (TPZ) | Braunschweig

Das TPZ versteht sich als Koordinationsstelle für theater- und kulturpädagogische Aktivitäten. Seit Sommer 2017 verfügt der Verein über eine hauptamtliche Geschäftsführung und stellt sich in diesem Zuge organisatorisch und strukturell neu auf.

 

tpz! Hildesheim Theaterpädagogisches Zentrum
Das tpz! Hildesheim baut in der Hildesheimer Nordstadt ein Zentrum der Kulturellen Bildung auf. Der Kern der Arbeit wird auf dem Bereich Theaterpädagogik liegen, wobei das tpz! auch interdisziplinäre Angebote, etwa aus den Bereichen Film, Musik, Tanz und neue Medien plant.

Jury

Ulrike Blumenreich | Kulturpolitische Gesellschaft
Beate Kegler | Stiftung Universität Hildesheim
Dorit Klüver | LAG Soziokultur Niedersachsen
Daniela Koß | Stiftung Niedersachsen
Olaf Martin | Landschaftsverband Südniedersachsen
Julia Speckmann | Stiftung Universität Hildesheim

Geförderte Einrichtungen 2016

Musa e.V. | Göttingen

musa ( = MUSikArbeitsgemeinschaft) ist ein soziokulturelles Zentrum in Göttingen, gelegen in einem „sozialen Brennpunkt“ der Stadt - der Weststadt. Sie wurde 1977 gegründet und zählt jährlich rund 80.000 Besucher. Zurzeit wird das Zentrum von 3.500 auf 5.000 Quadratmeter erweitert. Geplant sind offene Räume für die Kreativwirtschaft und bis 2025 eine große Veranstaltungshalle für Konzerte sowie eine Funsporthalle.

 

Die deutliche Vergrößerung führt neben einer zwangsläufigen Zuschusserhöhung seitens der Stadt Göttingen zu Veränderungen in der Organisations­struktur. Es wird mehr Personal und eine Professio­nalisierung der Finanzverwaltung benötigt. Die Abteilungsleitungen werden Teams bekommen, die Leitungsebene wird sich voraussichtlich verschlanken müssen. Durch das sozioK_change-Programm ist es möglich, die konfliktträchtigen Umstrukturierungen durch eine Göttinger Unternehmensberatung und einen Supervisor begleiten zu lassen." 

Gabi Radinger
www.musa.de

 

Kulturverein Platenlaase e.V. | Jameln/Wendland

„Das Wunschkind Platenlaase ist der Trotzphase entwachsen, steht mit seinen 30 Jahren jetzt voll im Leben und gilt als das größte soziale und kulturelle Zentrum des Landkreises. Bei vielen kulturellen und politischen Initiativen ist Platenlaase ein wichtiger und beliebter Ort für Veranstaltungen und Proben. Nicht zuletzt um einer „Midlife-Crisis“ aus dem Weg zu gehen, haben wir uns für das Programm sozioK_change der Stiftung Niedersachsen beworben. 

 

Alle sechs Wochen treffen sich Vertreter aller Gruppen, die in Platenlaase arbeiten und das Programm gestalten, mit Elke Flake von der LAGS, um gemeinsam die vorhandenen Strukturen unter die Lupe zu nehmen und zu überlegen, ob diese sinnvoll sind. Was kann und soll verbessert werden? Denn wir wollen unseren alten Freunden weiterhin ein spannendes Programm bieten. Aber auch für „Frischfleisch“ offen sein. „Junges Gemüse“ soll Platenlaase kennenlernen, hier wachsen dürfen und sich Freiräume für eigene Projekte schaffen.“

Valeska Richter
www.platenlaase.de

 

Spokusa e.V. | Hannover

„SPOKUSA, der Verein für Sport, Kultur und soziale Arbeit in der hannoverschen Nordstadt, ist in 28 Jahren enorm gewachsen, hat viele Arbeitsbereiche und Mitarbeiter*innen dazugewonnen, reichlich Aufgaben übernommen. Durch die Teilnahme am Programm sozioK_change möchten wir uns mit Unterstützung eines Organisations­beraterteams mit der Philosophie, dem Geist, der Struktur, den AbläŠufen, der Außen­wirkung und -wahrnehmung beschäŠftigen, ein gemeinsames Leitbild entwickeln, Verantwort­lichkeiten und Entscheidungs­strukturen klären und sinnvoll beziehungsweise zukunftsfähig gestalten sowie notwendige Veränderungen ausarbeiten und (wieder) gemeinsame Ziele finden."

Bettina Harborth
www.spokusa.de

 

Sumpfblume e.V. | Hameln

Die Sumpfblume ist kostbar!

Nach über 35 Jahren soziokultureller Arbeit mit vielen wechselnden Akteuren, gilt es den aktuellen Stand der Sumpfblume kritisch zu hinterfragen. Auf einer Strategie-Tagung im Harz hat das Team der Sumpf­blume zunächst ein Leitbild 2020 entwickelt. Jetzt heißt es, anpacken und loslegen! Nicht-Besucher-Befragungen in Zusammenarbeit mit der Universität Hildesheim, kreative Arbeitsgruppen, mehr Projekte, neue Kooperationen,… All dies sind erste Schritte des Change Management-Prozesses der Sumpfblume in Hameln, der dank des Förderprogramms sozioK_change der Stiftung Niedersachsen ermöglicht wird."

Linda Meier
www.sumpfblume.de

 

Kulturhaus Alter Schützenhof | Achim

„Das KASCH hat sich seit seinen Anfängen 1990 von einem anfangs heftig umstrittenen zu einem nicht-mehr-weg zu denkenden Kulturzentrum für die Bürger Achims entwickelt. Diesem Erfolg einerseits steht andererseits eine gewisse Stagnation gegenüber: Die Mitarbeiter*innen sind älter aber im Gegensatz zu den Aufgaben nicht mehr geworden und – auch auf Grund des Ausbaus des Hauses 2005 – mit der Organisation des Alltags im KASCH vollauf ausgelastet.

Das 25-jährige Jubiläum im Jahr 2015 nahm das KASCH zum Anlass, einen Erneuer­ungsprozess einzuleiten, welcher das Haus verjüngen und für die Zukunft rüsten soll. Wir wollen grundsätzlich und umfassend über Veränderung und Weiterentwicklung nachdenken. Dieser Prozess muss angeleitet, intensiv begleitet und ausgewertet werden."

Susanne Groll
www.kasch-achim.de

Geförderte Einrichtungen 2017

KulturKreis Gronau e.V. | Leine-Bergland

„Der KulturKreis Gronau e.V. ist mit seinen fast 25 Jahren eine nicht mehr wegzudenkende Größe in der Samtgemeinde Leine-Bergland. Herzstücke des Vereins sind das Engagement seiner ehrenamtlichen Mitglieder, das fast 100-jährige Kino die „Gronauer Lichtspiele“ und sein vielfältiges Kulturprogramm.

Doch das wachsendes Alter des Vereins und seiner Mitglieder, der demografische Wandel und die Strukturschwäche des ländlichen Raumes hinterlassen ihre Spuren. Es gilt Zuschauerströme, Wirt­schaft­lichkeit und Programmangebot zu überprüfen, die Zusammenarbeit zwischen Ehrenamt und Haupt­amt zu schärfen, Personalkosten zu finanzieren, neue Ideen für neues Publikum zu entwickeln und die digitale Welt zu nutzen.” 

Karu Grunwald-Delitz
www.kulturkreisgronau.de

 

Kulturzentrum Alte Polizei | Stadthagen, Landkreis Schaumburg

„Vorstand, Team und viele bürgerschaftlich Engagierte haben das Kulturzentrum Alte Polizei in Stadthagen seit 1990 zum Treffpunkt der Bürger, der Generationen, der Kulturen entwickelt.

Die Erweiterung der Kulturarbeit des Hauses durch neue Projekte, aktuelle Trends der Stadtentwicklung inklusive Haushaltskonsolidierungspläne von Rat und Verwaltung sowie der Beginn einer stärkeren kulturpolitischen Vernetzung im ländlichen Raum animieren dazu, die Organisationsentwicklung einen Schritt fortzusetzen.

Das Förderprogramm sozioK_change der Stiftung Niedersachsen ermöglicht es, fünf zentrale Handlungs­felder zu bearbeiten, mit externer Beratung und Begleitung sowie in Kooperation mit der LAGS. Mit einer Klausur haben Vorstand und Team Anfang Januar 2018 den Organisationsentwicklungsprozess konstruktiv und mit Spaß begonnen. Wir freuen uns auf mehr!”

Klaus Strempel
www.altepolizei.de

 

Ländliche Akademie Krummhörn e. V. | Krummhörn, Hinte, Landkreis Aurich

„Mitten im Herzen Ostfrieslands und am nordwest­lichen Rand der Bundesrepublik gibt es seit 36 Jahren einen Kulturverein, der mit aktuell rund 400 Mitglie­dern aller Altersgruppen Kunst und Kultur lebt. Manche der 50 Gruppen des Vereins sind schon mehr als 25 Jahre zusammen, andere erst seit 2 Jahren. Alle Gruppen treffen sich regelmäßig um gemeinsam zu musizieren, Theater zu spielen oder künstlerisch zu gestalten, auf jeden Fall aber, um miteinander zu sprechen und in der Gemeinschaft zu sein. Jährlich erarbeitet die LAK ein großes Projekt mit regional­historischen oder gesellschaftpolitisch relevanten Themen. Dann kommen die Gruppen zusammen und darüber hinaus noch viele Menschen, die sich nur kurz an die LAK andocken. Nicht selten sind dann mehr als 150 Menschen gleichzeitig über Wochen gemeinsam aktiv und erreichen mit dem Projekt mehrere Tausend Besucher. Dennoch: der demo­grafische Wandel in der Region ist auch für die LAK eine große Heraus­for­derung. Die Gruppen überaltern und die Mitglie­der­zahlen sinken. Es gilt, das Alte zu bewahren und gleichzeitig Ideen zu entwickeln, Neues zu wagen und dies auch im Bild nach außen sichtbar zu machen. Mit dem Projekt sozioK_change haben wir die Chance, uns unseren Heraus­forderungen zu stellen und die LAK fit für die Zukunft zu machen.”

Christine Schmidt-de Vries
www.lak.de

 

 

KulturFabrik Löseke e. V. | Hildesheim

„Die KulturFabrik Löseke – KUFA – wirkt seit 25 Jahren aus und in einem alten Fabrikgebäude in Sichtweite des Hildesheimer Hauptbahnhofs. Die KUFA ist mit 3.500 qm das größte Haus für Freie Kulturarbeit in der Stadt. Als Produktionsort für Musik, Theater, bildende Kunst, als Treffpunkt für zahlreiche Initiativen. Mit einem vielseitigen Veran­staltungs- und Workshopprogramm werden jährlich ca. 60.000 Menschen erreicht. Ein weiteres Herzstück der Arbeit ist die Projektarbeit in Stadt und Region – tief verwurzelt in der Soziokultur. Die KUFA ist Initiator und oft Motor für die regionale Netzwerk­arbeit im Kulturbereich.

So gibt es der Aufgaben viel, der eigene Anspruch bleibt hoch, das Team ist groß, zum Teil neu und bunt zusammengewürfelt … und das Geld reicht vorn und hinten nicht. Die KUFA fit zu machen für die Zukunft, das Team gut mitzunehmen, als Dienstleister profes­sioneller zu werden, den Draht zum jungen und alten Publikum nicht zu verlieren – und immer mal über den eigenen Tellerrand einen Blick zu wagen. Mit sozioK_change gehen wir die zentralen Fragen unserer Zukunft an.”

Stefan Könneke
www.kufa.info

 

 

ALTE WEBEREI | Nordhorn, Landkreis Grafschaft Bentheim

„Das 1999 eröffnete Kulturzentrum ALTE WEBEREI in der Stadt Nordhorn nahe der niederländischen Grenze bietet in seinen Räumlichkeiten ein umfangreiches Kulturprogramm: Konzerte, Kabarett- und Theater­abende, Partys sowie öffentliche Vorträge und Emp­fänge werden durch Märkte, Messen sowie Firmen- und Familienfeiern ergänzt. Seit 2016 werden zudem die Aktivitäten in den Bereichen Kulturelle und Poli­tische Bildung stark ausgebaut.
 Seit einem Leitungs­wechsel 2015 sind umfangreiche Verän­derungen angeschoben worden: Aufwertungen und Neu­schaf­fung von Personalstellen, Maßnahmen bezüglich Personalentwicklung und Teambuilding, Entwicklung von internen Prozessen und Anschaf­fung einer zeitge­mäßen Büroausstattung, Umbau­maß­nahmen im Bereich Bühne und Bühnen­technik, Neugestaltung des Foyers.

Unser langfristiges Ziel ist die Entwicklung eines Leitbildes und der Aufbau einer Marke: Wer ist die ALTE WEBEREI, für welche Inhalte steht sie, welches sind die Produkte, wer sind die Besucher, warum kommen sie, wer kommt nicht, welche Positionen hat die Weberei auf dem Markt und was unterscheidet sie von Mitbewerbern (Kultur, Freizeit, Saalvermietung)? Welche Qualitätsstandards sind den Mitarbeitern in der eigenen Arbeit, bei Zulieferern, bei künstlerischen Darbietungen wichtig? Wie will die GmbH als Arbeit­geber wahrgenommen werden? Und mit welcher Corporate Identity wird all das nach außen kommuniziert?”
Frank Röpke
www.alteweberei.de

Ansprechpartnerin
Daniela Koß
Referentin Theater, Tanz und Soziokultur