Nachhaltigkeitspreis

Zukunft denken, nachhaltig handeln!

Die Stiftung Niedersachsen hat im Februar 2022 fünf Preise für innovative Nachhaltigkeitsstrategien vergeben. Der Preis wurde ins Leben gerufen, weil die Stiftung sich dem Thema Nachhaltigkeit verpflichtet fühlt und eine „Brücke vom Wissen zum Handeln“ bauen möchte.

Der Green Deal Klimaschutz in der EU ist nun Gesetz. Er soll 27 Staaten bis zur Klimaneutralität führen. Auch die Kultur wird maßgeblich Anteil am Gelingen dieses Zieles haben. Und dieser Verantwortung wollen wir uns gemeinsam stellen.

Was umfasst das Thema Nachhaltigkeit alles?

Einerseits die Betriebsökonomie mit den Haupthandlungsfeldern:

  • Ressourceneinsatz (Beschaffung und der Verbrauch von Material und Energie),
  • Mobilität und Transport (Reisen von Mitarbeiter*innen, Künstler*innen und Besucher*innen, Versand von Kunstobjekten und Leihgaben);
  • Abfallmanagement und Wiederverwertung;
  • Catering für Besucher*innen und Mitarbeiter*innen
  • und energieeffiziente Sanierung von Gebäuden.

Andererseits auch soziale Komponenten wie faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen im Betrieb, Teilhabe und niedrigschwelligen Zugang für alle Menschen, Inklusion von Minderheiten und benachteiligten Gruppen der Gesellschaft und Geschlechtergerechtigkeit.

Besonders der kulturelle Sektor hat die große Chance, sich mit all seiner Fantasie und seinem Ideenreichtum an dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe zu beteiligen.

Ziel des Nachhaltigkeitspreises war, einen Überblick zu bekommen, inwieweit das Thema in den Kulturinstitutionen Niedersachsens bereits mitgedacht wird. Es ist einerseits viel vorhanden und andererseits noch viel zu tun. Daher wird die Stiftung Niedersachsen ein neues Förderprogramm entwickeln. Näheres dazu finden Sie ab Sommer 2022 auf unserer Website.

Die Preisträger*innen

Für ihr nachhaltiges Engagement wurden die Kunsthalle Wilhelmshaven, die Zeitschrift für junge Literatur BELLA triste, das Orchester im Treppenhaus, der Pavillon Hannover gemeinsam mit der theaterwerkstatt hannover und die Theatergruppe Das letzte Kleinod ausgezeichnet. Sie erhielten jeweils 3.000 EUR.

Zeitschrift für junge Literatur BELLA triste (Hildesheim)

© Bella triste

Das Redaktionsteam signalisiert in seinem Nachhaltigkeitskonzept, immer auf der Suche nach neuen Methoden und Lösungen zu sein, um die Zeitschrift klimaneutral herzustellen und vertreiben zu können. Neben ressourcenschonenden Arbeitsabläufen, der Beschaffung von Material sowie bei allen Fragen der Mobilität achten die Mitglieder des Teams auf Nachhaltigkeit. Darüber hinaus beziehen sie Merchandise-Artikel, die das Fair Wear Siegel tragen und wählen ihre Kooperationspartner unter nachhaltigen Gesichtspunkten aus. In der und durch die Zeitschrift selbst wird sichtbar, dass Kultur eine Querschnittsthematik ist, die durchaus Einfluss auf verschiedene Dimensionen der Nachhaltigkeit und die Sensibilisierung der Gesellschaft hat.

Website Bella triste

Kunsthalle Wilhelmshaven (Wilhelmshaven)

Kunsthalle Wilhelmshaven | Ausstellung „THROUGH A FOREST WILDERNESS – Aktionen im Wald. Performance, Konzeptkunst, Events. 1960 – ∞“ | © Lars Wohlnick

Im Vergleich zu anderen Kultureinrichtungen wird dem Thema Nachhaltigkeit in der Kunsthalle Wilhelmshaven eine größere Bedeutung in den organisatorischen Prozessen, aber auch in den künstlerischen Inhalten beigemessen. In den großen Ausstellungen zu Wald, Meer und Wasser der letzten drei Jahre wurden Kooperationen mit u. a. der Nationalparkverwaltung Wattenmeer, Fridays for Future, grün und bunt und dem Institut für Vogelforschung eingegangen. Die eingereichte Nachhaltigkeitsstrategie vermittelt eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema in allen Arbeitsbereichen. 

Website Kunsthalle Wilhelmshaven

Orchester im Treppenhaus (Hannover)

Das Orchester im Treppenhaus hat ein überzeugendes Nachhaltigkeitskonzept vorgelegt, das neben den ökologischen und ökonomischen Faktoren auch eine soziale Strategie beinhaltet. Darüber hinaus beschäftigt sich das Orchester auch inhaltlich mit umwelt-, sozial- und gesellschaftskritischen Themen in den eigenen Projekten (wie zum Beispiel im Projekt „Verkehrt” oder in den „Notfallkonzerten”) und sensibilisiert nicht zuletzt damit die Musik- und Kulturszene.

Website Orchester im Treppenhaus

Soziokulturelles Zentrum Pavillon Hannover und Theaterwerkstatt (Hannover)

Kulturzentrum Pavillon mit Solaranlage | © Thomas Langreder

Der Pavillon Hannover verfolgt schon seit Jahren eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie. Dieses zeigt sich an vielen Stellen, wie den auf dem Dach installierten Sonnenkollektoren, der energetischen Sanierung des Gebäudes von 2013, der Vermeidung von Plastik oder der Wiederverwertung von Bühnenbildern. Die unzähligen kleinen Maßnahmen im Bereich Ökologie und Soziales ergeben im Bezug auf die Nachhaltigkeit ein großes Ganzes!

Website Pavillon Hannover

Theatergruppe Das Letzte Kleinod (Geestenseth)

Das Letzte Kleinod | Ozeanblauer Zug mit E-Lok | © Das Letzte Kleinod

Das Letzte Kleinod setzt sich seit seiner Gründung 1991 thematisch u. a. mit dem Umweltschutz, den Ozeanen und dem Klima auseinander. Es entstanden mehrere dokumentarische Theaterstücke über Forschungsexpeditionen. Aktuell arbeitet das Theater zu den Themen Energiegewinnung, Braunkohletagebau und Atomenergie. Zusätzlich zu der inhaltlichen Auseinandersetzung hat das Theater ein umfangreiches Nachhaltigkeitskonzept mit Fokus auf nachhaltige Mobilität, Energiegewinnung und Upcycling vorgelegt.

Website Das Letzte Kleinod

Bei Fragen zum Nachhaltigkeitspreis wenden Sie sich bitte an:
Daniela Koß
Referentin Theater, Tanz und Soziokultur