Best OFF – Festival Freier Theater

Die Stärke des Freien Theaters ist seine Autonomie. Es hat die Chance, sich nicht an einem konsensfähigen Themenkanon orientieren zu müssen, sich gesellschaftlicher Tabus annehmen zu können, mit denen man kein durchschnittliches Theaterpublikum erreicht. Und Theatersprachen zu entwickeln, die sich nicht immer vermitteln lassen.

Vivica Bocks in ihrer Eröffnungsrede zu Best OFF 2016

Drei Tage voller Theatererlebnisse, mutiger Geschichten, spannender Diskussionen und Austausch mit kreativen Theaterleuten erwartet die Zuschauer beim „Best OFF – Festival Freier Theater“ der Stiftung Niedersachsen. Alle zwei Jahre zeigt die Stiftung herausragende niedersächsische Produktionen professioneller freier Theaterensembles im Theater im Pavillon in Hannover.

Ab 2020 werden in zwei unterschiedlichen Kategorien attraktive Produktionen von den Jurys nominiert: Best OFF_professionals präsentiert fünf professionelle Produktionen, die alle ein Preisgeld von 10.000 € erhalten und im Wettbewerb um die mit 30.000 € dotierte Carte blanche stehen. Best OFF_trainees zeigt interessante Arbeiten junger Kollektive aus dem universitären Kontext.

Rückblick Best OFF 2018

Best OFF 2018 | © Stiftung Niedersachsen | Foto: Jerome Gerull

Best OFF – Festival Freier Theater der Stiftung Niedersachsen fand vom 26. bis 28. April 2018 im Kulturzentrum Pavillon in Hannover statt. In 30 Vorstellungen waren sechs Inszenierungen aus Niedersachsen zu sehen, die zuvor von einer Fachjury aus knapp 40 Bewerbungen ausgewählt wurden. Mit der Nominierung ist bereits jeweils ein Preisgeld von 10.000 Euro verbunden.

Nominierte Inszenierungen:

 

Mit der Vergabe eines Preisgeldes in Höhe von 5.000 Euro an xweiss aus Braunschweig für die Produktion Welcome to the comfort zone ging am 28. April BEST OFF − Festival Freier Theater der Stiftung Niedersachsen zu Ende. Welcome to the comfort zone ist ein Audio-Walk, in dem die Zuschauer den Raum mit einer undurch­sichtigen Brille betreten und nur durch Stimmen und Hände geleitet werden. Die Wahrnehmung der Performance verschiebt sich vom Kopf in den Körper. Dirk Förster, künstlerischer Leiter des LOFFT in Leipzig, lobt die äußerst präzise ausgearbeitete Audioebene, die mit einer räumlich-körperlichen Ebene verknüpft wird. Das realitätsnahe Videospiel vermittelt den Zuschauer eine Erfahrung, die intensiver ist, als die unzähligen medialen Überflutungen mit den Bildern des Krieges, begründet die Jury. Sie weisen besonders auf den Mut hin, den die Produktionsgruppe xweiss aufbringt, den Zuschauer diesen Erfahrungsraum zu erschließen und durch das „Als ob“-Spiel des Theaters Empathie zu erzeugen.  

Ansprechpartnerin
Daniela Koß
Referentin Theater, Tanz und Soziokultur