Stiftung Kulturschatz Bauernhof

Historischer Bauernhof in Norddeutschland | © Stiftung Kulturschatz Bauernhof

Das kulturhistorische Erbe der Bauernhöfe der Weser-Ems-Region ist von überregionaler Bedeutung und hat in Europa einen festen kulturgeschichtlichen Rang. Die Betreuung, die Pflege und der Erhalt dieses ländlichen Kulturguts ist Ziel der Stiftung Kulturschatz Bauernhof. Sie fördert dazu exemplarische Projekte, wie beispielsweise die Restaurierung von einzigartigem Mobiliar, die Erfassung und Erschließung von bedeutenden Bibliotheken oder die Instandsetzung einer unter Denkmalschutz stehenden Allee. Die Stiftung sensibilisiert für das Themenfeld Bauernhof als Kulturgut. Mit „Zum Nützlichen das Schöne. Gärten in Nordwestdeutschland“ (Elke Schwender/Katharina Duraj, ISBN:  978-3-402-13397-2) erschien 2018 ein Bildband, mit der die historische Entwicklung von 45 Gartenanlagen ausgewählter Bauernhöfe präsentiert wurde.


Errichtet wurde die Stiftung 1998 als treuhänderische Unterstiftung der Stiftung Niedersachsen. Seit August 2004 ist sie als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts selbstständig und wird von der Stiftung Niedersachsen als Geschäftsbesorger betreut. Die Stiftung hat ihren Sitz im Museumsdorf Cloppenburg.

Monumentendienst

2004 gründete die Stiftung Kulturschatz Bauernhof in der Region Weser-Ems den Monumentendienst, der unter anderem vom Land Niedersachsen und den Landkreisen und Städten der Region finanziert wird. Mit regelmäßigen Inspektionen und Pflege- und Wartungsarbeiten an denkmalgeschützten Gebäuden sowie bautechnischen Beratungen wirken die Mitarbeiter des Monumentendienstes frühzeitig dem Verfall kulturhistorischer Bauwerke und Denkmäler entgegen. Im Rahmen eines ECHY-Förderprojektes bietet der Monumentendienst Veranstaltungen zur „Vermittlung historischer Handwerkstechniken für Berufsschüler“ an. Seit Oktober 2016 hat der Monumentendienst seinen Sitz in dem renovierten denkmalgeschützten Stellwerkgebäude mit Wasserturm in Ahlhorn im Landkreis Oldenburg. 

Stellwerk Ahlhorn

Stellwerk Ahlhorn | © Wolfgang Trumpf

Das Bauwerk wurde ab 1931 durch die Reichsbahndirektion Oldenburg an der Oldenburger Südbahn im südlichen Bahnhofsvorfeld errichtet. Die Besonderheit liegt in der Kombination von Stellwerk und Wasserturm. Der Wassertank hatte für die Versorgung der Dampflokomotiven ein Fassungsvermögen von 50 m³.
Wann genau das markante, aus hartgebrannten Klinkern errichtete Stellwerk am Bahnhof in Ahlhorn erstmals in Betrieb genommen wurde, ließ sich bis heute nicht exakt ermitteln. Es muss spätestens 1932 gewesen sein, zu einem Zeitpunkt, als am Ahlhorner Bahnhof noch zwei Eisenbahnlinien zusammenliefen. Also brauchte man eine entsprechende Einrichtung, um die Züge auf das richtige Gleis zu bringen.  Das Ergebnis war ein eindrucksvolles Bahngebäude.

Mit der Aufhebung seiner Funktionen als Stellwerk (1991) drohte das 1996 unter Denkmalschutz gestellte Gebäude zu verfallen. Dank der Unterstützung des Eigentümers, der Deutschen Bahn, konnte schließlich ein Konzept entwickelt werden, um dem ehemaligen Stellwerk neues Leben einzuhauchen. Mit der Stiftung Kulturschatz Bauernhof und dem Monumentendienst wurden Partner gefunden, welche die vom Landkreis Oldenburg und von der Gemeinde Großenkneten gestützte Initiative zusätzlich vorantrieben. Die Umsetzung selbst, von zahlreichen öffentlichen und privaten Förderern unterstützt – darunter die Stiftung Niedersachsen –, erfolgte in der Regie eines eigens zu diesem Zweck gegründeten Vereins.