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Vital Village: Stiftung Niedersachsen vergibt jeweils 30.000 Euro Kulturförderung an sieben niedersächsische Gemeinden

Hannover, 27. November 2025
Mit dem Förderprogramm Vital Village stärkt die Stiftung Niedersachsen seit 2023 die kulturelle Entwicklung im ländlichen Raum in Niedersachsen. In der zweiten Förderrunde wurden sieben Gemeinden und Kulturprojekte ausgewählt, die eine Förderung in Höhe von jeweils 30.000 Euro in den kommenden zwei Jahren erhalten. Ausgewählt wurden die Gemeinde Emmerthal, das KulturNetzWerk Wunstorf, der Verein Metropol in Fürstenau, das LOK Kulturzentrum in Jever, die Gemeindebücherei in Hesel, der wow!CLUB in Ilsede und das Museum Nienburg.

Die Förderung in Höhe von 30.000 Euro kann für die Entwicklung neuer kultureller Angebote genutzt werden und für den Ausbau bestehender Aktivitäten. Ergänzend zur finanziellen Unterstützung bietet die Stiftung Niedersachsen Austauschtreffen zur kollegialen Beratung an. In Kooperation mit dem Landesverband Soziokultur und dem Museumsverband für Niedersachsen und Bremen stehen den geförderten Gemeinden zusätzlich Beratungsangebote kostenfrei zur Verfügung.

„Das Kulturangebot im ländlichen Raum beruht vielfach auf ehrenamtlichem Engagement und wird von Vereinen vor Ort getragen. Mit viel Einsatz und Kreativität stärken die Menschen die Identität und die Lebensqualität vor Ort. Mit Vital Village wollen wir dazu beitragen, dass sich die Akteur*innen vernetzen, finanzielle Freiräume für die Gestaltung des Kulturangebotes entstehen und noch mehr Kultur stattfinden kann“, so Lavinia Francke, Generalsekretärin der Stiftung Niedersachsen.

Für die zweite Förderrunde von Vital Village hatten sich insgesamt 44 Gemeinden und Vereine beworben. 15 Bewerbungen wurden in die Vorauswahl aufgenommen und von der Vital Village-Jury besucht. In persönlichen Vor-Ort-Gesprächen präsentierten die Bewerber*innen ihre Ideen, Konzepte und Zukunftsvisionen. Sieben Gemeinden wurden schließlich von der Jury für die Förderung ausgewählt.

Der Jury gehörten an:
  • Katja Schaefer-Andrae (selbstständige Kulturpädagogin und Kulturmanagerin, Kulturstation Bad Bevensen e. V.)
  • Dr. Andreas von Seggern (stellvertretender Geschäftsführer des Zweckverbandes Schlossmuseum Jever und des Kulturverbundes Friesland)
  • Aishe Spalthoff (Mitglied der Künstler*innengruppe Syndikat Gefährliche Liebschaften, Kultur- und Transformationsmanagerin)
  • Helena Walther (wissenschaftliche Mitarbeiter*in am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim)
  • Daniela Koß (Stiftung Niedersachsen, Leitung des Förderprogramms Vital Village)


Vorstellung der geförderten Orte:

Gemeinde Emmerthal (Landkreis Hameln-Pyrmont)
Die Gemeinde Emmerthal im Weserbergland umfasst 17 Ortschaften mit insgesamt rund 10.000 Einwohner*innen. Die Kulturarbeit der Gemeinde wurde über viele Jahre maßgeblich von einer einzelnen ehrenamtlich tätigen Kulturmanagerin getragen, durch deren Weggang ein Großteil der Aktivitäten zum Erliegen kam. In enger Kooperation mit dem Landschaftsverband Hameln-Pyrmont e. V. möchte die Gemeinde nun ihren kulturellen Angeboten wieder mehr Sichtbarkeit geben und die kulturelle Infrastruktur nachhaltig stärken. Kulturschaffende, Veranstalter*innen, Vereine und Kulturorte sollen vernetzt und gestärkt werden, um gemeinsam ein regelmäßiges Kulturprogramm für Emmerthal zu realisieren. Wunsch der Gemeinde ist es, perspektivisch eine hauptamtliche Stelle für Kultur in der Verwaltung zu schaffen.

Pressekontakt: Jessica Klein, Gemeinde Emmerthal, Telefon: 05155 69-105, E-Mail: klein@emmerthal.de, www.emmerthal.de

KulturNetzWerk Wunstorf (Region Hannover)
Das KulturNetzWerk Wunstorf ist ein offener Zusammenschluss von mehr als 20 Kulturschaffenden, Vereinen, Institutionen und engagierten Bürger*innen aus Wunstorf und den angegliederten Dörfern. Gemeinsam wollen sie bestehende Strukturen vernetzen und neue kulturelle Impulse setzen. Die „Nacht der Kultur” ist das aktuelle Leuchtturmprojekt des Netzwerkes. Um dieses Engagement dauerhaft zu sichern, Förderfähigkeit zu erlangen und professionell und verlässlich gegenüber Partnern auftreten zu können, soll aus dem Zusammenschluss ein Dachverein werden. Dieser soll die Mitgliedsvereine stärken, flexible Kulturformate in die Dörfer bringen und lokale Akteur*innen gezielt einbinden.

Pressekontakt: Heike Leitner, Telefon: 0172 424 1739, E-Mail: kib@nortech.de

Verein Metropol in Fürstenau (Landkreis Osnabrück)
In Fürstenau im Osnabrücker Land gibt es eine lebendige Vereinslandschaft und viele soziokulturelle Aktivitäten, aber keinen festen Veranstaltungsort für Kultur. 2024 haben sich engagierte Bürger*innen zusammengeschlossen, um das Gebäude des leerstehenden ehemaligen Kinos Metropol in ein soziokulturelles Zentrum zu verwandeln. Der neugegründete Verein Metropol e. V. mit inzwischen rund 50 Mitgliedern hat bereits erste kulturelle Veranstaltungen mit großem Erfolg durchgeführt. Geplant ist, das Metropol als zentralen Kulturort für die Bürger*innen weiterzuentwickeln und vielfältige Veranstaltungen anzubieten. Die plattdeutsche Sprache soll dabei ein programmatischer Schwerpunkt sein.

Pressekontakt: Martin Moosbauer, Metropol e. V., Telefon: 0178 446-9361, E-Mail: metropol-fuerstenau@web.de

LOK Kulturzentrum Jever (Landkreis Friesland)
Das LOK Kulturzentrum Jever ist seit über 35 Jahren Bestandteil der kulturellen Landschaft in Friesland. Im ehemaligen Lokschuppen ist das Kulturzentrum Bühne, Werkstatt und Treffpunkt zugleich. In den letzten fünf Jahren wurde das Angebot erweitert und es wird heute ein abwechslungsreiches Programm aus Konzerten, Theateraufführungen, Ausstellungen, Lesungen und partizipativen Projekten angeboten. Im Werkstattbereich mit Mal-, Töpfer- und Lithografie-Werkstatt können Menschen aller Altersgruppen kreativ tätig werden, Neues ausprobieren und eigene Projekte verwirklichen. Als offener und unabhängiger Kulturort möchte das LOK Kulturzentrum zukünftig verstärkt nicht nur in die Stadt Jever, sondern auch in deren Ortsteile und Nachbargemeinden wirken. Kulturakteur*innen sollen vernetzt und ehrenamtliches Engagement unterstützt werden. Während sich die Kulturarbeit der Gemeinde primär auf Touristen und Gäste fokussiert, sollen im Kulturzentrum Angebote ganzjährig inklusiv und teilhabeorientiert für alle Bürger*innen des Landkreises entwickelt werden.

Pressekontakt: Swen Reichenbach, LOK Kulturzentrum Jever e. V., Telefon: 04461 700815, 
E-Mail: lok@lok-jever.de, www.lok-jever.de

Gemeindebücherei in Hesel (Landkreis Leer)
Wie in vielen ländlichen Gemeinden fehlt es auch in der Samtgemeinde Hesel an Begegnungsräumen. Die alternde Gesellschaft steht vor den Herausforderungen der eingeschränkten Mobilität, der Digitalität und der zunehmenden Vereinsamung durch mangelnde soziale Kontakte. Die Gemeindebücherei möchte hier ansetzen und Angebote schaffen, die Einsamkeit bekämpfen und Brücken zwischen den Generationen bauen sollen. Die Bücherei ist bereits heute ein lebendiger Treffpunkt für Bildung, Kultur und Gemeinschaft im ländlichen Raum. Mit ihrem vielseitigen Angebot an analogen und digitalen Medien ermöglicht sie einen niedrigschwelligen Zugang zu Wissen und fördert die Chancengleichheit aller. Doch aktuell richtet sich das Büchereiangebot schwerpunktmäßig an Familien, Kinder und Jugendliche. In den kommenden Jahren soll nun ein generationenübergreifendes Angebot gestaltet werden. Die Bücherei möchte Menschen verschiedener Lebensphasen und sozialer Kontexte zusammenbringen, um gemeinsam kreativ zu werden, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu stärken.

Pressekontakt: Constanze Harms, Gemeindebücherei Hesel, Telefon: 04950 995140, 
E-Mail: c.harms@hesel.de, https://buecherei-hesel.jimdofree.com

wow!CLUB in Ilsede (Landkreis Peine)
Auf dem Gelände der alten Hütte in Ilsede im Peiner Land hat sich 2021 der wow!CLUB e. V. gegründet, um die zeitgenössische Kunst und kulturelle Teilhabe im Landkreis zu stärken und die Menschen miteinander in Verbindung zu bringen – partizipativ statt konsumorientiert. Dazu richtet der Verein Veranstaltungen aus und bietet Projekte an, die die lokale Bevölkerung aktiv einbinden, Neugier für andere Lebenswelten wecken und zu Beteiligung anstiften. Der markante Kugelwasserturm in Groß Ilsede ist Ausgangspunkt dieser Aktivitäten und das Pop-Up-Kulturbüro des Vereins. Das Hüttengelände soll in den kommenden Jahren zum wow!Campus werden, einem soziokulturellen Dorf und Arbeitsraum für Menschen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft. Von hier aus sollen dann kulturelle Impulse ins Land gesendet werden und Projekte wie der Kulturkiosk in Bülten ausgebaut werden.

Pressekontakt: Sven Rohde, wowCLUB! e. V., Telefon: 0171 950 4749, E-Mail: hello@welcometothewowclub.de, https://welcometothewowclub.de

Museum Nienburg  (Landkreis Nienburg)
Das Museum Nienburg ist das Stadt- und Kreismuseum. Neben drei Ausstellungshäusern – zum Museumskomplex gehört auch das Niedersächsische Spargelmuseum – und einem Museumsgarten gehören eine Bibliothek mit Bildarchiv, ein Außenmagazin und ein Hügelgräberfeld im Stadtgebiet Nienburgs zu den Liegenschaften. Damit ist das Museum ein zentraler kultureller Ort in der ländlich geprägten, strukturschwachen Region. Das Haus versteht sich selbst als Vermittler zwischen den unterschiedlichsten Lebenswelten und Altersgruppen sowie als Lern- und Begegnungsort. Diese Begegnungsmöglichkeiten möchte das Museum weiter ausbauen und dazu mit den Menschen vor Ort gemeinsam neue Austauschformate entwickeln. Vielfalt soll hier wertgeschätzt und gelebt werden. Teilhabe soll durch kostenlose und kostengünstige Angebote ermöglicht werden. Das Museum will Gemeinschaft stiften und Zukunftsperspektiven vor Ort eröffnen.

Pressekontakt: Imke Appelt, Museum Nienburg, Telefon: 05021 12461, E-Mail: imke.appelt@museum-nienburg.de, www.museum-nienburg.de

Über die Stiftung Niedersachsen
Seit 1987 engagiert sich die Stiftung Niedersachsen für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Bildung im ganzen Land. Als Landeskulturstiftung stärkt sie durch die Förderung gemeinnütziger Projekte die Vielfalt der Kultur in Niedersachsen und trägt zur Profilierung des Kulturstandortes bei. Pro Jahr fördert die Stiftung rund 200 Projekte und ist selbst operativ tätig.
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Porträt von Katharina Nitsch
Katharina Nitsch
Presse und Kommunikation