19. November 2021 Hannover

700.000 Euro für die niedersächsische Kultur

Verwaltungsrat der Stiftung Niedersachsen bewilligt Förderung von 24 Projekten

Der Verwaltungsrat der Stiftung Niedersachsen hat auf seiner Sitzung am 18. November 2021 die Förderung von 24 Kulturprojekten mit einer Gesamtfördersumme von rund 700.000 € beschlossen. Dr. Gunter Dunkel, Präsident der Stiftung Niedersachsen, sagte dazu: „In den aktuellen Förderentscheidungen zeigt sich, dass Kultur ihre Relevanz nicht beweisen muss. Sie ist unser gesellschaftliches Bindemittel. Sie befördert Austausch, Reibung und Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Realitäten”.

In Wilhelmshaven fördert die Stiftung mit 35.000 € das Musik 21 Festival der Niedersächsischen Gesellschaft für Neue Musik e. V. Im September 2022 widmet sich das Festival unter dem Titel „Radikale” den Widersprüchen einer pluralistischen Gesellschaft. An charakteristischen Orten werden Konzerte, eine Klanginstallation, Audiowalks und Musikfilme präsentiert.
22.000 € erhält die Bürgerinitiative Raschplatz e. V. (Pavillon Hannover) für das Projekt „Erbe – Realitäten, Perspektiven, Horizonte“ im Rahmen des 4. Arabischen Theatertreffens im April 2022. Acht internationale Gastspiele unter anderem aus Ägypten, dem Libanon, Tunesien und Marokko bieten differenzierte Einblicke in die gesellschaftlichen Diskurse und das zeitgenössische Theater der arabischen Länder.
Das Projekt „Nicht mein Krieg. Gefangene Stimmen 1917 | 2023” wird mit 34.000 € gefördert. Die Georg-August-Universität Göttingen wird mit der Theatergruppe boat people projekt den Nachlass des Sprachwissenschaftlers Carl Friedrich Andreas aufarbeiten. Dieser hatte ab 1917 Kriegsgefangene aus Afghanistan, Pakistan und Indien im Lager am Rande der Stadt für seine Forschung rekrutiert. Im Zentrum stehen die Aneignung und Aktualisierung dieser Transkripte.
Mit 15.000 € wird die Produktion „Amerikalinie” des Theaterensembles Das Letzte Kleinod gefördert, die sich der Auswanderung von Menschen aus Niedersachsen nach Amerika im 19. Jahrhundert widmet. Das Stück wird in Reisezugwagen an den historischen Bahnhöfen der sogenannten Amerikalinie in Uelzen, Ebstorf, Soltau, Visselhövede und am Columbusbahnhof in Bremerhaven gespielt.
In der Kestner Gesellschaft in Hannover wird die erste deutsche Einzelausstellung der Turner-Preisträgerin Helen Cammock mit 30.000 € gefördert. Das Werk der visuellen Poetin ist geprägt von universellen Fragen zur menschlichen Existenz und der Fähigkeit zur Resilienz.

Seit 1987 engagiert sich die Stiftung Niedersachsen für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Bildung im ganzen Land. Als Landeskulturstiftung stärkt sie durch die Förderung gemeinnütziger Projekte die Vielfalt der Kultur in Niedersachsen und trägt zur Profilierung des Kulturstandortes bei. Pro Jahr fördert die Stiftung rund 200 Projekte und ist zudem selbst operativ tätig.

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Katharina Nitsch
Referentin Kommunikation