Kaleidoskop Worpswede

Worpsweder Museumsverbund e.V.

Das Künstlerdorf Worpswede war von Beginn an regelmäßig ein Schauplatz visionärer Lebensentwürfe: Die Gründer der Künstlerkolonie verfolgten den Traum der Vereinigung von Kunst und Leben; nach dem ersten Weltkrieg lösten die sozialen Experimente Heinrich Vogelers und die Baukunstwerke Bernhard Hoetgers deutschlandweite Diskussionen aus. In den 1970er Jahren sorgte das „Experiment Worpswede” mit ökologischen Visionen für Aufsehen, und seit mittlerweile über 45 Jahren stehen die Künstlerhäuser Worpswede mit ihren internationalen Gästen für permanente Erneuerung und zukunftshaltige künstlerische Impulse.
 
Dieses Selbstverständnis des Ortes aufgreifend, wenden die Worpsweder Museen anlässlich der 800-Jahr-Feier der Ortschaft im Jahr 2018 den Blick nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in Richtung Zukunft. Das Anliegen der Ausstellung „Kaleidoskop Worpswede” ist es, den „Mythos Worpswede” einer Revision zu unterziehen und die über Jahrzehnte verfestigten Sichtweisen auf eine vergangene Worpsweder Zeit aufzubrechen. Das Projekt zielt auf eine offene künstlerisch-ästhetische Auseinandersetzung mit dem Ort und seiner Kunst(-geschichte) und will mit einer ebenso präzisen wie radikalen Neubestimmung des Gestern und Heute neue Perspektiven auf ein Morgen eröffnen.
 
Der Ausstellungsmacher und Kurator Jörg van den Berg wirft dazu einen klaren und profilierten „Blick von außen” auf das Künstlerdorf. Seine frische, unvoreingenommene Wahrnehmung des Ortes, der Worpsweder Kunst und der Museen hat er zu einem Konzept verdichtet, das mit künstlerischen und ästhetischen Mitteln Fragen wie diese verhandelt: Wie hat die Kunst den Ort Worpswede in den vergangenen Jahrzehnten geprägt und wie prägt sie ihn heute? Wie kann der Betrachter die Worpsweder Kunst aus einer aktuellen Perspektive und mit heutigen Fragestellungen neu entdecken? Welche Rolle spielt die Idee der ersten Worpsweder Künstlergeneration, Kunst und Leben miteinander zu verbinden, in der aktuellen Kunstentwicklung? Worin liegt die gesellschaftliche Relevanz von Kunst heute, wie kann Kunst unseren Blick auf die Realität verändern?
 
Die Antworten, die die Ausstellung gibt, werden überraschend, erhellend und manchmal auch irritierend sein – der Ort Worpswede und seine Kunst werden in einem neuen Licht erfahrbar.
 
Dr. Tabea Golgath und der Kurator Jörg van den Berg
bei der Projektpräsentation; September 2017 |
Foto: (c) Berit Böhme/Hamme-Report

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www.worpswede-museen.de