Stufen zur Kunst

Künstlerin 2018/2019: Rachel von Morgenstern

Laufzeit: 29. November 2018 bis 3. November 2019

Ab dem 29. November 2018 ist die ortsspezifische Installation „Strip Jack” der in Frankfurt beheimateten Künstlerin Rachel von Morgenstern im Mittelteil des Treppenhauses zu besichtigen. Die äußerst filigran anmutenden vielfarbigen Skulpturen bestehen aus Vinyl und unterschiedlichen Elementen aus Stahl, Aluminium oder Kupfer. Diese übernehmen im Aufbau der Skulpturen eine stabilisierende Funktion und erwecken den Eindruck eines Rückgrats, das umgeben ist von einer membranartigen Oberflächenstruktur, die wiederum die künstlerische Grundlage bietet für eine gattungsübergreifende Vorstellung von Malerei. Mit unterschiedlichen Farben koloriert, offenbart sich für die Betrachter eine faszinierende Gleichzeitigkeit von Malerei und Skulptur, von Transparenz und Körperlichkeit, von Enthüllung und Verschleierung. Die zentrale Positionierung im Treppenhaus ermöglicht eine Multi-Perspektivität seitens der Besucher und eine raumgreifende Präsenz dieser dreidimensionalen Form von Malerei.
 
Rachel von Morgenstern hat an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Professor Franz Ackermann studiert und genoß mit Einzelausstellungen wie beispielsweise „Skipmusqua” (Opelvillen Rüsselsheim, 2017) oder „Kunst am Bau: Textilarbeit” (Lutherkirche, Worms, 2017) und mit Gruppenausstellungen wie im Museum für Angewandte Kunst (Frankfurt, 2013) erste Aufmerksamkeit.
 
Das Treppenhaus im Ostteil des Künstlerhauses Hannover wurde seit der Renovierung im Jahr 2000 als Ort für Kunst und Kultur genutzt. Seit 2010 lädt die Stiftung gemeinsam mit dem ebenfalls im Künstlerhaus beheimateten Kunstverein Hannover jährlich fünf Künstler ein, einen Projektvorschlag für die ortsspezifische Gestaltung des Treppenhauses zu entwickeln. Eine Jury entscheidet dann, welcher Vorschlag realisiert und für ein Jahr der Öffentlichkeit vorgestellt wird.
BILD:  (c) Rachel von Morgenstern | Jens Gerber

Bislang wurden folgende Installationen realisiert:

2010/2011: Christian Helwing hob mit dem Werk A Crystal Lives On die Grenzen zwischen Skulptur und Architektur auf. Mit freistehenden geometrischen graublauen Wand- und Farbflächen an den Innenseiten des Treppenhauses verwandelte er den Aufgang zur Stiftung in ein spannungsvolles Spiel von Durchsichten und Blickachsen.
 
2011/2012: Die Südtirolerin Esther Stocker präsentierte die bewegliche Installation Gestalt. Über siebzehn Meter erstreckten sich im Inneren des Treppenaufgangs schwarze geometrische Elemente unterschiedlicher Größe; an den Wänden wurden diese Formen reflektiert. Der Betrachter des Kunstwerkes bewegte sich scheinbar mitten in der Installation mit sich verändernden Perspektiven.
 
2012/2013: Mit crash des in London lebenden Künstlers Lothar Götz erstreckten sich präzise aneinandergesetzte Dreiecke in unterschiedlicher Farbigkeit und Anordnung über zwei Wände des Treppenhauses. Durch den Wechsel von Blickachsen entstand eine sogartige Wirkung auf den Treppenhausnutzer.
 
2013/14: Die Installation Second Nature des Künstlerduos Heike Mutter und Ulrich Genth kreierte nicht nur eine pulsierende Lichtsphäre in Form einer Doppelhelix aus Leuchtstoffröhren im Treppenhaus; die Künstler setzten sich durch das verwendete Farbspektrum mit Licht als Instrument der Verkaufsförderung  und der gesellschaftlichen Regulierung auseinander.
 
2014/15: Im Zentrum von Kathrin Sonntags für das Treppenhaus entwickelter Installation What's Left When You're Right stand die nonverbale Kommunikation, wie sie durch unterschiedliche Arm-, Hand- oder Fingerstellungen stattfindet. Freigestellt auf weißem Hintergrund zeigten fotografische Aufnahmen von Armen und Händen in überdimensionierter Größe deren divergente Bewegungen in verschiedenste Richtungen – mal nach oben, mal nach unten, mal zur Seite. 
 
2016/2017: „Vielgestaltig ist das Ungeheure, doch nichts ungeheurer als der Mensch“ – dieses Zitat von Sophokles fand sich 2016/2017 im Treppenhaus des Künstlerhauses Hannover. Die Berliner Künstlerin Julia Oschatz verwandelte mit ihrer ortsspezifische Installation „Wort gebohrt: Mit Toten tauschen“ das Treppenhaus in einen festungsartigen Bohrturm. 
 
2017/2018: Die Malerin Sophie von Hellermann (*1975 in München) gestaltete das Treppenhaus im Ostflügel des Künstlerhauses Hannover mit einer raumgreifenden Wandarbeit. Große, schnelle Pinselstriche in dünnem Farbaufstrich sind charakteristisch für die Arbeiten der Künstlerin, die meist eine figurative Motivik für ihre Gemälde verwendet. In ihren großformatigen, vielfarbigen Acryl-Malereien auf ungrundiertem Untergrund hält die Künstlerin ihre Gedanken im Augenblick des Entstehens fest.

Weitere Informationen

Die Website zum Programm finden Sie unter www.stufenzurkunst.de