Stufen zur Kunst

Laufzeit der Installation: 23. Juni 2016 bis 2. Juli 2017

„Vielgestaltig ist das Ungeheure, doch nichts ungeheurer als der Mensch“ – dieses Zitat von Sophokles findet sich 2016/2017 im Treppenhaus des Künstlerhauses Hannover. Die Berliner Künstlerin Julia Oschatz hat mit ihrer ortsspezifische Installation „Wort gebohrt: Mit Toten tauschen“ das Treppenhaus in einen festungsartigen Bohrturm verwandelt. Nach Worten bohrend, widmet sie jede Etage einem Philosophen und seinen Gedanken zum Wesen des Menschen im Spannungsfeld von Passivität und aktivem Gestalten. In einer Mischung aus Tragik und Komik verbindet Oschatz - ausgehend von den Worten berühmter Denker - zeichnerische, installative und filmische Elemente zu einem vielschichtigen Geflecht aus Verweisen rund um die Schwächen wie auch Errungenschaften des Menschen.

Das Treppenhaus im Ostteil des Künstlerhauses Hannover wurde seit der Renovierung im Jahr 2000 als Ort für Kunst und Kultur genutzt. Seit 2010 lädt die Stiftung gemeinsam mit dem ebenfalls im Künstlerhaus beheimateten Kunstverein Hannover fünf Künstler ein, einen Projektvorschlag für die ortsspezifische Gestaltung des Treppenhauses zu entwickeln. Eine Jury entscheidet dann, welcher Vorschlag realisiert und für ein Jahr der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

FOTO: (c) Kunstverein Hannover/ Julia Oschatz

Bislang wurden folgende Installationen realisiert:

2010/2011: Christian Helwing hob mit dem Werk A Crystal Lives On die Grenzen zwischen Skulptur und Architektur auf. Mit freistehenden geometrischen graublauen Wand- und Farbflächen an den Innenseiten des Treppenhauses verwandelte er den Aufgang zur Stiftung in ein spannungsvolles Spiel von Durchsichten und Blickachsen.
 
2011/2012: Die Südtirolerin Esther Stocker präsentierte die bewegliche Installation Gestalt. Über siebzehn Meter erstreckten sich im Inneren des Treppenaufgangs schwarze geometrische Elemente unterschiedlicher Größe; an den Wänden wurden diese Formen reflektiert. Der Betrachter des Kunstwerkes bewegte sich scheinbar mitten in der Installation mit sich verändernden Perspektiven.
 
2012/2013: Mit crash des in London lebenden Künstlers Lothar Götz erstreckten sich präzise aneinandergesetzte Dreiecke in unterschiedlicher Farbigkeit und Anordnung über zwei Wände des Treppenhauses. Durch den Wechsel von Blickachsen entstand eine sogartige Wirkung auf den Treppenhausnutzer.
 
2013/14: Die Installation Second Nature des Künstlerduos Heike Mutter und Ulrich Genth kreierte nicht nur eine pulsierende Lichtsphäre in Form einer Doppelhelix aus Leuchtstoffröhren im Treppenhaus; die Künstler setzten sich durch das verwendete Farbspektrum mit Licht als Instrument der Verkaufsförderung  und der gesellschaftlichen Regulierung auseinander.
 

2014/15: Im Zentrum von Kathrin Sonntags für das Treppenhaus entwickelter Installation What's Left When You're Right stand die nonverbale Kommunikation, wie sie durch unterschiedliche Arm-, Hand- oder Fingerstellungen stattfindet. Freigestellt auf weißem Hintergrund zeigten fotografische Aufnahmen von Armen und Händen in überdimensionierter Größe deren divergente Bewegungen in verschiedenste Richtungen – mal nach oben, mal nach unten, mal zur Seite. 

Weitere Informationen

Die Website zum Programm finden Sie unter www.stufenzurkunst.de