Stufen zur Kunst

Künstlerin 2017/2018: Sophie von Hellermann

Laufzeit: 30. August 2017 bis 19. August 2018

Die Malerin Sophie von Hellermann (*1975 in München) gestaltet 2017/2018 im Rahmen der Projektreihe „Stufen zur Kunst” das Treppenhaus im Ostflügel des Künstlerhauses Hannover mit einer raumgreifenden Wandarbeit. Große, schnelle Pinselstriche in dünnem Farbaufstrich sind charakteristisch für die Arbeiten der Künstlerin, die meist eine figurative Motivik für ihre Gemälde verwendet. In ihren großformatigen, vielfarbigen Acryl-Malereien auf ungrundiertem Untergrund hält die Künstlerin ihre Gedanken im Augenblick des Entstehens fest. 

Für das 17 Meter hohe Wandgemälde im Treppenhaus des Künstlerhauses porträtiert Sophie von Hellermann Auszüge der Historie Hannovers – ohne Vorzeichnung direkt auf die Wand. Personen wie Sophie von der Pfalz, Gottfried Wilhelm Leibniz und George V., König von Hannover, sind hier neben historischen Bildszenen zu entdecken. 

Das Treppenhaus im Ostteil des Künstlerhauses Hannover wurde seit der Renovierung im Jahr 2000 als Ort für Kunst und Kultur genutzt. Seit 2010 lädt die Stiftung gemeinsam mit dem ebenfalls im Künstlerhaus beheimateten Kunstverein Hannover jährlich fünf Künstler ein, einen Projektvorschlag für die ortsspezifische Gestaltung des Treppenhauses zu entwickeln. Eine Jury entscheidet dann, welcher Vorschlag realisiert und für ein Jahr der Öffentlichkeit vorgestellt wird.
BILD:  (c) Sophie von Hellermann

Bislang wurden folgende Installationen realisiert:

2010/2011: Christian Helwing hob mit dem Werk A Crystal Lives On die Grenzen zwischen Skulptur und Architektur auf. Mit freistehenden geometrischen graublauen Wand- und Farbflächen an den Innenseiten des Treppenhauses verwandelte er den Aufgang zur Stiftung in ein spannungsvolles Spiel von Durchsichten und Blickachsen.
 
2011/2012: Die Südtirolerin Esther Stocker präsentierte die bewegliche Installation Gestalt. Über siebzehn Meter erstreckten sich im Inneren des Treppenaufgangs schwarze geometrische Elemente unterschiedlicher Größe; an den Wänden wurden diese Formen reflektiert. Der Betrachter des Kunstwerkes bewegte sich scheinbar mitten in der Installation mit sich verändernden Perspektiven.
 
2012/2013: Mit crash des in London lebenden Künstlers Lothar Götz erstreckten sich präzise aneinandergesetzte Dreiecke in unterschiedlicher Farbigkeit und Anordnung über zwei Wände des Treppenhauses. Durch den Wechsel von Blickachsen entstand eine sogartige Wirkung auf den Treppenhausnutzer.
 
2013/14: Die Installation Second Nature des Künstlerduos Heike Mutter und Ulrich Genth kreierte nicht nur eine pulsierende Lichtsphäre in Form einer Doppelhelix aus Leuchtstoffröhren im Treppenhaus; die Künstler setzten sich durch das verwendete Farbspektrum mit Licht als Instrument der Verkaufsförderung  und der gesellschaftlichen Regulierung auseinander.
 
2014/15: Im Zentrum von Kathrin Sonntags für das Treppenhaus entwickelter Installation What's Left When You're Right stand die nonverbale Kommunikation, wie sie durch unterschiedliche Arm-, Hand- oder Fingerstellungen stattfindet. Freigestellt auf weißem Hintergrund zeigten fotografische Aufnahmen von Armen und Händen in überdimensionierter Größe deren divergente Bewegungen in verschiedenste Richtungen – mal nach oben, mal nach unten, mal zur Seite. 
 
2016/2017: „Vielgestaltig ist das Ungeheure, doch nichts ungeheurer als der Mensch“ – dieses Zitat von Sophokles fand sich 2016/2017 im Treppenhaus des Künstlerhauses Hannover. Die Berliner Künstlerin Julia Oschatz verwandelte mit ihrer ortsspezifische Installation „Wort gebohrt: Mit Toten tauschen“ das Treppenhaus in einen festungsartigen Bohrturm. 

Weitere Informationen

Die Website zum Programm finden Sie unter www.stufenzurkunst.de