SPECTRUM Internationaler Preis für Fotografie

Die Photogalerie Spectrum wurde als eine der ersten Fotogalerien Europas 1972 in Hannover gegründet. Durch ehrenamtliches Engagement konnten hier bis 1992 eindrucksvolle Ausstellungen, beispielsweise von Hein Gorny, Robert Capa oder Andreas Feininger gezeigt werden.

Mit dem SPECTRUM Internationaler Preis für Fotografie knüpfen die Stiftung Niedersachsen und das Sprengel Museum Hannover an diese Zeit an und würdigen die Bedeutung der Fotografie als zeitgenössisches Medium der Bildenden Kunst. Der Preis ist mit 15.000 € dotiert. Darüber hinaus stellen eine umfassende Ausstellung im Sprengel Museum und ein mehrsprachiger Katalog den Künstler einer breiten Öffentlichkeit vor.
 
Seit 1994 wurden bereits neun renommierte, internationale Fotografen mit dem Preis geehrt. Sie repräsentieren dabei eine umfassende Bandbreite des Mediums – den dokumentarischen Stil (Robert Adams und Helen Levitt), das Zusammenspiel von Bild und Text (Sophie Calle), das konzeptionelle Vorgehen (Martha Rosler) oder das Spiel mit den Bildern (John Baldessari). 
 
FOTO: Rineke Dijkstra: Three Sisters 2008-2014 (Emma - Lucy - Cécile), 2012.
C-Print frame 84,1 x 69,1 cm / image 70 x 55 cm
© Courtesy the artist and Galerie Max Hetzler, Berlin

Die Preisträgerin 2017: Rineke Dijkstra

Mit Rineke Dijkstra (*1959 in Sittard, Niederlande, lebt in Amsterdam) ehrt die Stiftung Niedersachsen eine der herausragenden Fotografinnen der Gegenwart. Dijkstras Werk nimmt in seiner formalen wie inhaltlichen Stringenz, in der Tiefe der fotografischen Auseinandersetzung mit dem klassischen Porträt, eine solitäre Position in der neueren Fotografie-Geschichte ein. Die Künstlerin erhielt im Oktober 2017 den legendären Hasselblad Award. Dijkstra kann auf zahlreiche internationale Ausstellungen zurückblicken, u. a. im San Francisco Museum of Modern Art, dem Solomon R. Guggenheim Museum, New York, sowie der Tate Liverpool.
 
Die Auszeichnung mit dem SPECTRUM Internationaler Preis für Fotografie würdigt die stilbildende Kraft ihres OEuvres und die künstlerische Konsequenz, mit der Rineke Dijkstra die Auseinandersetzung mit dem fotografischen Porträt in ihren filmischen Arbeiten fortführt. 
 
Jury
Florian Ebner (Centre Georges Pompidou, Paris), Michael Hering (Staatliche Graphische Sammlung, München), Beatrix Ruf (ehemals Stedelijk Museum Amsterdam), Inka Schube (Sprengel Museum Hannover), Joachim Werren (ehemals Stiftung Niedersachsen)
 

Preisträgerausstellung

Figures in Motion: Rineke Dijkstra und die Sammlung des Sprengel Museum Hannover

27. Januar bis 6. Mai 2018
 
Für ihre Ausstellung im Sprengel Museum Hannover hat die Künstlerin erstmals eine Präsentationsform entwickelt, die auf einem Dialog von ausgewählten Werken ihres eigenen OEuvres mit Werken aus der museumseigenen Sammlung aufbaut. In der Konfrontation von Fotografien aus den frühen neunziger Jahren (zum Beispiel die „Beach Portraits“) und aktuellen Arbeiten mit Gemälden von Max Beckmann und Alexej von Jawlensky sowie zahlreichen modernen Skulpturen eröffnet sich ein neuartiger Blick auf die spezifische Bildsprache der niederländischen Künstlerin.

Bisherige Preisträger

2015: Hannah Collins/Großbritannien
2013: Boris Mikhailov/Ukraine
2011: Bahman Jalali/Iran
2008: Helen Levitt/USA
2005: Martha Rosler/USA
2002: Sophie Calle/Frankreich
1999: John Baldessari/USA
1997: Thomas Struth/Deutschland
1994: Robert Adams/USA