Kulturzentrum Seefelder Mühle

„Nachwuchs für den Verein – Potenziale finden“ – Ein Projekt der Seefelder Mühle
 
Seit 26 Jahren veranstaltet das Kulturzentrum Seefelder Mühle nun schon ein erfolgreiches, alle Sparten umfassendes Kulturprogramm in der ländlich geprägten Wesermarsch. Aber wie auch in anderen soziokulturellen Einrichtungen, die in den 80er Jahren entstanden sind, steht jetzt dringend eine Generationennachfolge an: Sowohl die Besucher als auch die vorwiegend ehrenamtlichen Veranstalter mit ihrem Angebot sind „gealtert“. Es wird Zeit, dass frischer Wind durch die Mühle bläst. Nachdem das Team der Mühle durch neue, erstmals hauptamtliche Stellen etwas verjüngt wurde, soll jetzt auch das Kulturprogramm einer Verjüngungskur unterzogen werden. Gerade in einer Region, die vom demografischen Wandel geprägt ist und in der der öffentliche Personennahverkehr nur mangelhaft ausgebaut ist, ist es besonders wichtig, dass kulturelle Angebote für junge Menschen entstehen und aufrechterhalten werden.
 
Es soll in einem viertägigen Workshop mit ca. 10 – 15 Studierenden des Bachelorstudienganges Musik der Uni Oldenburg und mit in der Musikszene der Region aktiven jungen Menschen herausgefunden werden, wie das Musikangebot in der Seefelder Mühle beschaffen sein müsste, um ein jüngeres Publikum anzulocken. Dazu gehören u.a. Themen wie Besucherbefragung und -entwicklung, Marketing und Veranstaltungsorganisation, aber auch Künstlerrecherche, Booking und Künstlerbetreuung. Kann das bestehende Konzertangebot mit Musikern aus der Folk- und Weltmusikszene durch jüngere Vertreter dieser Genres fortgesetzt werden oder braucht es ein völlig anderes Angebot? Sind neue Formate wie Clubkonzerte, Open-Stage, Singer-Songwriter Abende und regionale Bandcontests angesagt? Durch das Erforschen dieser Fragen von den jungen Teilnehmern erhält unser Team eine wertvolle, neue Außensicht auf die eigene Kulturarbeit und kann aus den entstandenen Ideen und Erfahrungen lernen. Auch wird hier der erste Kontakt hergestellt zwischen den Aktiven in den unterschiedlichen, jungen Bereichen der regionalen Musikszene und dem Kulturzentrum.
 
Der Workshop wird von Bettina Geile geleitet, die die Konzertprogrammplanung im Schlachthof Bremen verantwortet und in einem Verbund von Kulturzentren lange Zeit zu dem Thema Publikumsverjüngung geforscht hat. Anschließend an den Workshop können die Teilnehmer, unterstützt vom Team der Seefelder Mühle, mit dem neuen Input eine oder mehrere Abschlussveranstaltungen (Festival, open-air Konzerte, etc.) organisieren, um die theoretisch erdachten Konzepte durchzuführen und zu testen. Ziel dieses Workshops ist es, nicht nur eine nächste Generation von Zuschauern in das Kulturzentrum zu holen, sondern auch ein Team von jungen Leuten zu gewinnen, die eigenständig unter dem Dach des Vereins wirken und verschiedenste Musikveranstaltungen anbieten.
 
Seefelder Mühle: Kulturzentrum – Denkmal – Café
 
Eine 125 Jahre alte Windmühle an der Nordsee nicht nur als Denkmal zu präsentieren, sondern als lebendiges Kulturzentrum auf dem Land zu nutzen: das ist seit 1987 der Anspruch eines von 230 Mitgliedern mit sehr viel ehrenamtlichem Engagement getragenen Vereins. Konzerte, Kino und Kunstausstellungen, Theater und Vorträge, Märkte und Feste: Weit über 100 Veranstaltungen jährlich laden alle Bevölkerungsgruppen und Altersstufen, Einheimische und Touristen als Besucher ein. Kultur zum Mitmachen in Form von regelmäßigen Gruppentreffen, speziellen Workshops und soziokulturellen Projekten mit dem Anspruch, die dörfliche und regionale Identität zu stärken und das Leben weit ab von großen Städten attraktiv zu gestalten, gehören selbstverständlich zum Angebot. Immer wieder greift das Team historische und aktuelle Themen in der Wesermarsch auf wie z.B. Naturschutz, Tourismus oder Landwirtschaft und arbeitet mit unterschiedlichen Kooperationspartnern.
Überregional bekannt ist auch das Café mit hausgebackenem Kuchen, liebevoll ausgerichteten Feiern, leckeren thematischen Menüs und dem üppigen Frühstücksbuffet. Regionale und saisonale Lebensmittel werden bevorzugt angeboten. Dieses Prinzip wird auch bei dem einmal monatlich stattfindenden Landfrauenmarkt und in dem kleinen Mühlenladen verfolgt, der darüber hinaus auch abwechslungsreiches Kunsthandwerk von regionalen Anbietern führt. Technische Mühlenführungen durch ausgebildete Müller, historische Mühlenführungen in sechs Szenen sowie die Möglichkeit, sich in der Mühle standesamtlich trauen zu lassen, beleben das denkmalgeschützte Gebäude das ganze Jahr über auf vielfältige Weise.