Bürgerinitiative Raschplatz

Upgrade Pavillon – Projekt zur „digitalen Revolution“ im Kulturzentrum Pavillon

Das Projekt „upgrade Pavillon“ widmet sich dem gesellschaftlichen Wandel, der sich hinter dem Begriff der „digitalen Revolution“ verbirgt. Datenfluss und Datenkontrolle sind Kernthemen heutiger Diskussionen und Auseinandersetzungen. Dabei geht es nicht zuletzt um die Teilhabemöglichkeiten verschiedenster sozialer Gruppen und Schichten. Auch die Kulturproduktion und Rezeption verändert sich durch digitale Produktionsmittel von Smartphone bis zum Music Maker und durch Internet-Plattformen wie Youtube, Soundcloud, Facebook oder Twitter. Die digitale Welt stellt mithin wichtige und drängende Fragen an die soziokulturelle Praxis, denen der Pavillon im Projekt „upgrade Pavillon“ nachgehen will. Der Selbstbezug im Projektnamen drückt das Ziel aus, nachhaltige Impulse für die soziokulturelle Praxis im Pavillon zu generieren. Der Pavillon möchte sich für die Netzgemeinde(n) öffnen, aber auch Angebote für die sich selbst nicht als „digital-natives“ begreifenden Nutzer des Pavillons machen – Angebote zur Erweiterung von Wissen und Fähigkeiten.
 
Neben der allgemeinen Erprobung digitaler Kulturtechniken für den Pavillon, soll auch gezielt den Fragen nach Inklusion/Exklusion durch digitale Kultur(en) in Bezug auf ältere Menschen und Menschen mit Behinderung nachgegangen werden. Ebenso werden Fragen aufgegriffen, die sich auf die Ein- bzw. Ausschlussmechanismen hinsichtlich von Netzdiskursen – etwa in Bezug auf die Geschlechterverhältnisse – sowie die Fragen nach den Besitzverhältnissen und ihren Implikationen für die Netzkultur beziehen. Schließlich soll auch das zentral in Hannover gelegene Gebäude des Pavillons „Nutzfläche“ für digitale Gestaltungsmöglichkeiten werden. Der Charakter des Projektes „upgrade Pavillon“ ist dabei betont experimentell.
 
Im Mittelpunkt stehen ein künstlerisches Beteiligungs-Projekt rund um den QR Code und das Festival „Spamfilter – eine Woche Netzkultur“, mit Musik, Film und Kunst rund um digitale Medien. Begleitend gibt es eine Workshopreihe und eine Diskursreihe mit dem Namen „Netztalk“ zu neuen Medien gemeinsam mit dem renommierten Heise Verlag. Die bereits existente Veranstaltungsreihe „betrifft“ soll digital begleitet und so demokratisiert werden: Themen können online durch das Publikum generiert und auch über die einzelnen Veranstaltungen hinaus weiter diskutiert werden. Die Erfahrungen aus dem Projekt werden anderen soziokulturellen Zentren zur Verfügung gestellt. Das Projekt ist über einen Zeitraum von zwei Jahren geplant.
 

Kulturzentrum Pavillon

Seit 1977 befindet sich in einem als Kaufhaus geplanten Gebäude in der hannoverschen Innenstadt das Kulturzentrum Pavillon. Nach der kompletten Sanierung im Jahre 2013 startet das Pavillonteam in eine neue Ära. Jetzt können ein großer, gut ausgestatteter Konzertsaal, ein kleiner Saal sowie zwei Theaterbühnen bespielt werden. Der Pavillon ist ein offenes Haus der unterschiedlichen Kulturen und organisiert Konzerte, Theater-, Kabarett- und Comedy-Veranstaltungen, soziokulturelle Projekte und politische Debatten. Viele Veranstaltungen finden in Kooperation mit Initiativen und Institutionen der hannoverschen Stadtgesellschaft und mit überregional tätigen Organisationen statt. Träger des Kulturzentrums ist die Bürgerinitiative Raschplatz e.V., sie erhält das Gebäude von der Stadt Hannover mietkostenfrei zur soziokulturellen Nutzung. Die umfangreichen Aktivitäten werden aus Eintrittseinnahmen, durch Förderung von Stiftungen, durch eine städtische Beihilfe sowie den Gastronomieumsatz finanziert.