KulturFabrik Löseke

KUBUS – eine interaktive Kunstwoche im Park der KulturFabrik Löseke, Hildesheim
Bedürfnisräume zwischen Individuum und Gesellschaft
Marienfriedhof Hildesheim, 4. bis 10. August 2014
 
Das interaktive Kunstprojekt KUBUS der KulturFabrik Löseke verwandelt den Park Marienfriedhof in Hildesheim vom 4. bis 10. August 2014 in ein kreatives Zentrum. Innerhalb einer Woche werden eine Vielzahl von Holzkuben-Gerüsten im Grünen aufgebaut und zur freien künstlerischen Gestaltung zur Verfügung gestellt.
 
Dabei stehen die Bedürfnisse des Menschen im Mittelpunkt einer künstlerisch praktischen Auseinandersetzung. Was treibt mich an? Was brauche ich? Und wo bekomme ich es her? – aber auch: Was leitet mich um? Was raubt mir Kraft? Und was traue ich mich erst gar nicht zu wünschen? Fragen, die in einer Konsum- und Kommunikationsgesellschaft eine substanzielle Dimension erhalten können. Die Auswirkungen von individuellen Bedürfnissen auf die Gesellschaft und globale Zusammenhänge sollen in den Fokus der Wahrnehmung rücken.
 
Als Medium und Kristallisationspunkt dieser künstlerischen Auseinandersetzung dienen offene hölzerne Kuben, in denen „Bedürfnisräume“ erfahrbar gemacht werden. Die in einer Werkwoche gestalteten Bedürfnisräume stehen nicht allein, sie sind ein Teil von gemeinschaftlichem Kontext und Prozessen. Deshalb finden im Park soziale und kulturelle Ereignisse statt; beispielsweise gemeinsames Kochen, Spielen, Werkstattgespräche und Musik.
 
Der soziokulturelle Projektansatz lädt Laien und Künstler mit und ohne Erfahrung aller Bevölkerungsschichten und Altersgruppen ein, an diesem Prozess teilzunehmen. Um die Qualität der Auseinandersetzung und künstlerischen Transformation von Ideen zu gewährleisten, stehen den Teilnehmern Künstler verschiedener Disziplinen zur Seite. Darüber hinaus werden einige zu realisierende Projektideen im Rahmen einer Ausschreibung prämiert.
 
Den Abschluss von KUBUS bildet das direkt nach der Werkwoche am Wochenende stattfindende Festival, in dem die Ergebnisse der Woche einer größeren Öffentlichkeit präsentiert werden. Es ist Werkschau, Kulturfestival und Kulminationspunkt zwischen individueller Kunst und gemeinschaftlichem Happening.
 
KulturFabrik Löseke, Hildesheim
 
In der großen Halle mischt gerade ein Jongleur Geschicklichkeit mit Comedy und Artistik. Zwei Etagen weiter oben übt eine Gruppe neue Tangoschritte ein. Zeitgleich wird in der Loretta für ein Hardcore-Konzert aufgebaut und im Buffo für eine Elektroparty dekoriert. Im Park Marienfriedhof – 500 Meter entfernt, einmal über die Gleise – wird die Anordnung der Zelte und Bühnen für ein Kulturprojekt diskutiert. Das alles passiert in einem Haus. Ein ganz normaler Tag in der Kulturfabrik Löseke.

Seit der Gründung im Jahr 1992 wird hier Kultur und Gesellschaft erfolgreich auf einen Nenner gebracht. Entsprechend lautet der aktiv gelebte Slogan: „Hier steckt Soziokultur drin.“ Dieser kurze Satz bringt auf den Punkt, was in und um das soziokulturelle Zentrum Hildesheims geschieht.
 
Die KulturFabrik Löseke ist als gemeinnütziger Verein anerkannt. Das Haus steht grundsätzlich allen Menschen ohne Ansehen ihrer Herkunft, Religion, Sexualität, Hautfarbe oder körperlichen wie geistigen Einschränkungen offen. Die inhaltliche Ausrichtung des Zentrums basiert auf folgenden Bereichen: Kulturprogramm (ca. 700 Veranstaltungen pro Jahr), Projekt- und Stadtteilarbeit, kulturelle Produktionsstätte (ca. 750 Probentermine pro Jahr), Bildungsbetrieb, regionale Kulturpolitik und Vernetzung sowie kulturelle Dienstleistungen. Im Haus sind derzeit 35 MitarbeiterInnen beschäftigt, vom Minijob bis Vollzeit (6). Die KulturFabrik Löseke ist Ausbildungsbetrieb für die Berufe Veranstaltungstechnik und Veranstaltungskauffrau. Sie wurde für ihre soziokulturelle Projektarbeit wiederholt mit Bundespreisen ausgezeichnet und ist Initiator und oftmals Motor für die regionale Vernetzung der Kulturszene und kulturpolitische Aktivitäten.