musa

Interkulturelles Orchester Göttingen

Das Kulturzentrum musa wird ein rund 20-köpfiges Orchester gründen, das in seiner Zusammensetzung einzigartig in Niedersachsen sein soll. Das Projekt wird im August 2013 mit einer dreimonatigen Suche nach Musikern und Musikerinnen beginnen. Diese sollen ebenso aus verschiedenen Kulturen kommen wie ihre Instrumente. Denkbar sind neben den mittlerweile auch in Deutschland prominenten Instrumenten wie Conga, Balaleika und Djembe weitgehend unbekannte Musikinstrumente wie Setar, Saz und Santur. Aber auch klassische Orchesterinstrumente sollen vertreten sein.

Die Projekterfahrungen der vergangenen zehn Jahre zeigen, dass besonders bei Migranten und Migrantinnen, die zurückgezogen oder in ihren eigenen Communities leben, eine besondere Ansprache nötig ist: Regelmäßige Kontakte zu Migrantenselbstorganisationen sowie niedrigschwellige Ansätze wie mehrsprachige Aushänge in Nachbarschaftszentren, Supermärkten und Arztpraxen sind wichtig, um Menschen zu erreichen, für die das Internet oder deutschsprachige Printmedien ein Hemmnis sind.

Nach einem Casting der Musiker/innen, in dem ein gemeinsames musikalisches Niveau abgestimmt wird, beginnt die einjährige Probenphase. Die Auswahl der Musik richtet sich nach den Mitgliedern des Orchesters und deren kulturellem Hintergrund. Das Ensemble soll traditionelle Stücke aus der jeweiligen Heimat oder der Heimat der Eltern bzw. Großeltern bearbeiten und unter fachlicher Anleitung neu instrumentieren, so dass die Musik wiedererkannt wird, aber in einem neuen klanglichen Gewand erscheint. Kann man mit Saz oder Sitar Rockmusik machen? Oder mit Violinen traditionelle indische Musik? Wenn es gelingt Menschen zu finden, die diesen Mischmasch wollen, kann etwas Neues entstehen – gleichzeitig können die Musiker und Musikerinnen ihre kulturelle Identität behaupten und ihr musikalisches Erbe bewahren.

Im Anschluss an die Probenphase soll das „Interkulturelle Orchester Göttingen“ in der ersten Jahreshälfte 2015 insgesamt zehn Gastspiele in ganz Niedersachsen geben.

Kulturzentrum musa e.V.

Die musa ist das größte soziokulturelle Zentrum in Südniedersachsen. Der Verein ist gemeinnützig, bewirtschaftet eine Fläche von 3.500 m², hat ein Team von acht Festangestellten, zwei Auszubildenden und vierzehn Mitarbeiter/innen im Bereich Service und Reinigung. Im Kulturzentrum musa kann man Kurse, Workshops, Konzerte und Partys besuchen oder selbst Räume mieten. Unter dem Dach von musa e.V. befinden sich Übungsräume für ca. 60 Rockbands, dazu ein Tonstudio, das Rockbüro Göttingen e.V., der Theaterverein Domino e.V. und der Verband Deutscher Puppentheater e.V. Mit über 250 Veranstaltungen im Jahr und zahlreichen Kurs- und Workshopangeboten in den Bereichen Tanz, Musik, Theater, Artistik und Fortbildung erreicht der Verein ein breites Publikum quer durch alle gesellschaftlichen Gruppierungen. Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren nutzen die Angebote.

Die erfolgreichsten Projekte des Kulturzentrums musa und der Weststadtkonferenz sind der Kurzfilm „Das Oma-Problem“ (2004) mit mittlerweile 4,7 Millionen Aufrufen bei der Internetplattform Youtube, das Jugendmusical „Who’s online?“ (2010), Gewinner des vom Bundeswirtschaftsministerium ausgelobten Preises „Wege ins Netz“ im Jahr 2011 sowie das Projekt „Rosenwinkel“ (2012), ein Theaterprojekt mit Flüchtlingen aus der Ethnie der Roma.