TPZ Hildesheim

Familienbande

Vertreter aller Generationen bearbeiten theaterpädagogisch in verschiedenen Gruppen Facetten des Themas „Familienbande“:

- Grundschulkinder aus Brennpunktschulen untersuchen die Patchwork-Familie und verarbeiten ihre Erfahrungen, Ängste und Sehnsüchte zu Bildern und Theaterstücken.

- Bildungsbenachteiligte Jugendliche gehen der Sache mit der familiären Ehre kulturell und theatral auf den Grund.

- Angehende Erzieherinnen zeigen Familienszenen in Schulen und Kindergärten und kommen mit ihrer künftigen Klientel in Workshops ins Spiel und ins Gespräch.

- Erwachsene aus verschiedenen Generationen, Nationen und Professionen bringen ihre hybriden Familiengeschichten mit Dokumentarischem und Biographischem Theater auf die Bühne.

Weitere Teilaspekte:

Familienalben: an einem Vormittag bringen die Teilnehmer der erwachsenen Gruppe  ihre  Fotoalben mit in die Grundschule und erzählen bei Kaffee und Keksen von früher. Die Kinder bereiten Fragen vor und erfahren durch persönliche Geschichten, wie sich Familienwelten in den vergangenen Jahrzehnten verändert haben. Die gesammelten Eindrücke und Erkenntnisse werden von den Kindern in Texten, gemalten Bildern oder inszenierten Fotos festgehalten und von einer Graphikerin zu einem Leporello verarbeitet.

Klassentreffen:  Die Grundschulklassen besuchen sich gegenseitig, machen gemeinsame  Spiele, frühstücken und präsentieren einen Ausschnitt aus ihrer Arbeit. Beim Schultheaterfest zeigen bzw. sehen sie die Ergebnisse ihrer Arbeit. Die BEK-/BVJ-Klassen treffen sich bei einer gemeinsamen Werkschau, verbringen anschließend drei Wochen intensive Probenzeit in der KulturFabrik und erarbeiten gemeinsam ein getanztes und gespieltes Finale für ihre Aufführungen.

Wertewandel:  Die Erwachsenengruppe besucht die Berufsschulklassen bei einer Probe  oder  Werkschau – und umgekehrt. Beide Gruppen zeigen einen Zwischenstand ihrer Arbeit und tauschen sich aus: dabei können gesellschaftliche Wertvorstellungen, biographische Erfahrungen, Vorurteile, Klischees und Utopien zur Sprache kommen und diskutiert werden.

Als Höhepunkt der geplanten generations-übergreifenden Aktivitäten drehen Beteiligte aller Gruppen eine Science-Fiction-Mokumentary (eine parodistische Film-Dokumentation) über soziale Systeme im Jahr 2060. Neben bewährten theaterpädagogischen Methoden wird insbesondere mit den Mitteln des Biographischen und des Dokumentarischen Theaters gearbeitet.

Theaterpädagogisches Zentrum Hildesheim e.V. (TPZ)

Das TPZ ist ein Zusammenschluss von rund 30 freien Theater-, Tanz-, Musik- und Medienpädagoginnen und -pädagogen in Hildesheim und Umgebung. Ziel ist die Bereitstellung eines vielseitigen theaterpädagogischen Angebots für alle Alters- und Bildungsstufen. Die künstlerische Arbeit geht Hand in Hand mit den Grundsätzen von Inklusion, Demokratie und Partizipation – im Sinne einer aktiven Mitgestaltung von Kultur. Der Verein hat drei Teilzeitkräfte und eine FSJ Kultur in der Geschäftsstelle angestellt. Neben dem Büro gibt es keine eigenen Räume. Das TPZ geht zu den Menschen, oder mit ihnen ins Theater.

Künstlerische sowie soziokulturelle Anliegen werden in kurzen Workshops, fortlaufenden Kursen, Fortbildungen oder Projekten umgesetzt. Das TPZ Hildesheim arbeitet intensiv mit dem Theater für Niedersachsen (TfN) und vielen Schulen aus Hildesheim und Umgebung zusammen. Darüber hinaus bestehen Kooperationen und Projektpartnerschaften mit verschiedensten regionalen und überregionalen Institutionen und Verbänden.