Hermannshof

»Vom Hilligen Born« Ein Bürgerfest in Völksen zum Thema Wasser

Mitten im Dorf Völksen gibt es einen verwaisten Brunnen, dessen Ursprung bis ins 15. Jahrhundert zurück reicht und der noch heute „Hilligen Born“ genannt wird, dazu eine Bürgergruppe, die die alte Schöpfstelle wiederbeleben möchte und eine Künstlergruppe, die sich aktuell künstlerisch mit der Ressource Wasser beschäftigt. Diese losen Fäden sollen miteinander verknüpft werden in einem großen Wasserfest von Bürgern und für Bürger des Dorfes. Es beginnt am Freitag, 16. August 2013 und endet am Sonntag, 18. August 2013. Künstlerische Interventionen, Wissensvermittlung, Wellness und Unterhaltung bilden den Wesenskern der Veranstaltungstage.

Die Herangehensweise und die Entwicklung der Inhalte finden ihre Analogie im erweiterten Kunstbegriff der „Sozialen Plastik“. Demnach ist Plastik ein evolutionärer Prozess und jeder Mensch ein Künstler. Hier nun sind es die Bürgerinnen und Bürger des Dorfes aller Altersgruppen, die offen, kreativ und phantasievoll gemeinsam mit den Künstlern die volksnahe Veranstaltungsreihe zur Wertschätzung des Wasserstandortes Völksen gestalten und durchführen. Genutzt werden sollen alle örtlichen Ressourcen: die Badekur im Kirchgarten oder die Kurtour zu privaten Brunnen im Dorf.

Zu diesem Anlass soll auch die Schöpfstelle des „Hilligen Born“ restauriert werden und mit einer feierlichen Einweihung den Völksener Bürgern übergeben werden. So können die Völksener zukünftig ihr frisches Quellwasser wieder selbst zapfen.

Ziel: Herausgestellt werden soll die kulturelle Bedeutung des Wassers in Völksen als schützenswertes Allgemeingut und das Wissen um den Ort der Quelle als wichtigen Teil des Ortes.

Das Programm in Auszügen

KurTour | Private Badezimmer und Vorgärten sollen in „Kneippscher Manier“ Wellness-Angebote von Bürgern für Bürger bereithalten. Eine Karte informiert über Standort und Vielfalt.

Kleine Wasserforscher | Kinder der Grundschule Völksen erklären an sinnlich orientierten Experimentstationen den Besuchern, woran man die unterschiedliche Qualität von Wasser erkennen kann und wie man sie schützen kann.

Baden im Grünen | Der Kirchgarten wird Ort einer temporären Badeinstallation mit Zitaten aus alter Zeit. Alte Zinkbadewannen standen früher an sonnigen Plätzen hinter Wäschetüchern. Das von der Sonne gewärmte Wasser wurde zum Baden benutzt.

Tafelgesellschaft | Aus den Küchen und Wohnzimmern der Haushalte werden die Esstische im Kirchweg aneinandergereiht zu einer 300 Meter langen Tafel. Die Tische werden von ihren Besitzern eingedeckt. Sie kochen dazu ihre Lieblingsspeise und laden Gäste ein zum Gastmahl. Als Tafelwasser gibt es quellfrisch das Wasser vom »Hilligen Born«.

Konzert in der Scheune | Auf dem Hof Thiele soll die Scheune zum Konzertort werden. Geplant ist ein Liederabend „Die schöne Müllerin“ von Franz Schubert mit Studierenden der Hochschule für Musik und Theater Hannover.

Schulzenfreds Wasserkurier | Fred Schulz hat 6 Friesenpferde mitten im Dorf und fährt Kutsche. Es ist daran gedacht, das Fred das Wasser vom „Hilligen Born“ in einem großen Tank mit Glocke und Pferdedroschke in die Neubaugebiete am Rand des Dorfes bringt und dort von Haus zu Haus ausschenkt.

Wasserbibliothek | Ein von einer Völksener Familie betreuter öffentlicher Leseschrank am Bohlweg/Ecke Kiebitzmoor soll im Projektzeitraum ab August eine Wasserbibliothek beherbergen. Gesammelt werden Fach- und Populärschriften mit breitem Vermittlungsspektrum zum Thema Wasser, die der Öffentlichkeit uneingeschränkt zur Verfügung stehen.

Die Beeke – damals und heute | In Zusammenarbeit mit Alteingessenen werden historische Fotos gesucht, die den Lauf des Baches durch das Dorf dokumentieren. Diese Fotos werden auf Metallschilder gedruckt und dauerhaft an den Orten aufgestellt, die die historischen Motive abbilden.

Verein Kunst und Begegnung Hermannshof e.V.

Der Verein gestaltet seit 21 Jahren ein ambitioniertes sparten- und generationenübergreifendes Kunst- und soziokulturelles Programm auf dem Hermannshof in Völksen.

Die Kooperationspartner sind vielfältig. Dazu zählen Kirchengemeinden, Schulen, regionale Vereine und Verbände und kommunale Partner. Initiiert werden Programme mit Bildender Kunst, Konzerte mit Neuer Musik, immer auch Projekte mit Laien und Profis wie 2012 die musikalische Kömödie „Die Vögel“. Der Verein ist Mitbegründer der Kontaktstelle Musik mit dem Ziel, die hiesigen Musikvereine und Chöre in das Programm einzubinden.

Der Geschäftsführer/künstlerische Leiter Eckhart Liss koordiniert das Programm mit langjähriger Erfahrung in der Kulturarbeit. 1992 begründete er den Verein und ist seit dieser Zeit fest angestellt. 2012 wurde er für seine spartenübergreifende Kulturarbeit mit dem Verdienstorden des Landes Niedersachsen geehrt.