Kulturzentrum Faust

»Wir in der Kochstraße«

Gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Kochstraße in Hannover-Linden soll die Geschichte der Kochstraße aufgearbeitet und mit künstlerischen Mitteln dargestellt werden. Unter professioneller Anleitung werden die Erfahrungen der Bewohner in kurzen szenischen Spielsequenzen erarbeitet und in Wohnungen und Hinterhöfen gespielt. Diese Spielsequenzen sind Teil eines Filmprojektes, welches von der Konzeption bis zur Umsetzung im Dialog mit allen Beteiligten entsteht. Parallel wird eine Lichtinstallation erarbeitet, die sichtbares Zeichen für die gemeinsam entwickelte Identität ist und auch in den Film eingebunden wird. Das Projekt geht einher mit zahlreichen verbindenden und begleitenden Aktivitäten.

Beispielhaft für Linden soll aufgezeigt werden, wie mit einem Projekt die Identifikation der Bewohner mit ihrer Straße und ihrem Umfeld gefördert wird. Auch die Ausgangslage für gemeinsame Problemlösungen wird häufig verbessert. Es soll außerdem auf vergleichbare kleinräumige sozial und kulturell divergierende Wohngebiete übertragbar sein. Durch die Verbreitung des Filmes über die Kochstraße können andere Quartiere direkt vom Erarbeiteten profitieren.
 
Das Projekt verbindet theaterpädagogische Arbeit mit der Konzeption eines Filmes in Verbindung mit einem Lichtkunstprojekt. Für die Kochstraße soll ein nach außen hin sichtbares Zeichen entwickelt werden, das sich mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dieser Straße beschäftigt. Auf der Grundlage der Architektur soll mit den Bewohnern und Besitzern der Häuser eine Identität dieser Straße entwickelt werden, die in einer Lichtarbeit ihren Ausdruck findet.

 

Projektteam:

Film: Holger Lauinger und Daniel Kunle
Theater: Ulrike Willberg
Lichtinstallation: Claudia Wissmann
 

Kooperationspartner:

Leibniz Universität Hannover, „Deutsches Seminar Darstellendes Spiel“
Universität Hildesheim, „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“
Wohnungsbaugenossenschaft Selbsthilfe Linden
Kargah
Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur
 

Projektzeitraum: September 2012 bis Dezember 2013

 

Das Kulturzentrum Faust

Das Kulturzentrum Faust wurde 1991 gegründet. Es befindet sich mitten in Linden-Nord und beherbergt 25 Vereine aus den Bereichen Migration, Kunst, Kultur und Politik, Soziales und Freizeit. Das Kulturzentrum bietet Bildung, Qualifizierung, Freizeitaktivitäten, Kunst und Kultur für Menschen aus dem Stadtteil, der Stadt und weit darüber hinaus. Faust ist ein Schnittpunkt der soziokulturellen Vernetzung im Stadtteil. Das soziokulturelle Programm umfasst Ausstellungen, Literatur, Theater, Kleinkunst, Diskussionsforen und Konzerte mit lokalen, nationalen und international bekannten Künstlern.
 
Durch die intensive Zusammenarbeit mit Vereinen aus dem Migrationsbereich wird das Team der Faust inzwischen für seine Projektentwicklung und Kooperation auf Augenhöhe geschätzt. So hat Faust beispielsweise über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren das Tandemprojekt „Linden Vision“ mit dem Verein Kargah durchgeführt und ist jetzt Mitglied des Vereines Miso, einem Zusammenschluss von rund 30 Migrantenselbsthilfeinitiativen. Faust engagiert sich seit vielen Jahren bei der Ausbildung junger Menschen, insbesondere durch die Bereitstellung anspruchsvoller Plätze für Praktikantinnen und Praktikanten künstlerischer und soziokultureller Ausbildungsgänge.