„Ums Wort” – Musik 21 Festival 2017

17. bis 20. AUGUST 2017

„Es sind die Schmatzer, die Atemgeräusche, die Sprachmelodie und die Charakteristika jeder einzelnen Stimme, denen speziell in der neuen Musik ein ganz besonderer Wert zugesprochen wird.” (Zitat aus dem Festivalflyer)

2017 lenkte das Musik 21 Festival, erstmalig unter der Leitung von Matthias Kaul, Augen und Ohren auf das Wort in der zeitgenössischen Musik sowie auf den ästhetischen Kosmos, der sich „Ums Wort” herum eröffnete. Einige Klanginstallationen, Konzertlesungen und Klangreden näherten sich dem Wort von der Musik aus, für andere wiederum bildete das Wort das Fundament für musikalische Kommunikation.

Vier Tage lang lud das Festivalteam an unterschiedliche Kulturorte in Hannover. Zur Eröffnung las Yoko Tawada im Calder-Saal des Sprengel Museums auf Deutsch und Japanisch aus ihrem Buch „Ein Balkonplatz für flüchtige Abende”. Untermalt wurde ihre Lesung von live-elektronisch veränderten Klängen des Komponisten Joachim Heintz. 
 
Das Projekt „Listen Voices” schärfte das Bewusstsein für die Vielfalt der Sprachen und Spracheigenschaften wie Klang, Rhythmus, Tempo und Sprachmelodie. Während eines gemeinsamen Essens der insgesamt 60 Teilnehmer wurden in Echtzeit durch die Studierenden des Instituts für elektronische Musik der Hochschule Hannover (Arslan Abedian, Farhad Ilaghi Hosseini, Feliz Anne Macahis) unter der Leitung von Joachim Heintz 30 verschiedene Sprachen aufgenommen und zu einer Live-Komposition bearbeitet. 
 
Im Treppenhaus des Künstlerhauses Hannover installierte Pit Noack seinen „Silbenautomaten”. Hier konnten die Besucher das ganze Wochenende der Computerstimme Sonic Pi lauschen, wie die mit Silben von Lautgedichten jonglierte und sich danach im Festivalzentrum im Foyer des Literaturhauses über das Gesehene/Gehörte austauschen.
 
Ganz alltägliche Ereignisse präsentierte das Ensemble Schwerpunkt in insgesamt 19 Fanfaren, die in überraschenden Momenten und an ebenso überraschenden Orten während des Festivals erklangen.
 
Am letzten Tag des Festivals bot das Ensemble Megaphon audiovisuelle Abenteuer im Kommunalen Kino des Künstlerhauses Hannover. Zu hören war unter anderem eine Klang-Collage nach Juan Rulfos einzigem Roman „Pedro Páramo”, gespielt von Lenka Župková, Andre Bartetzki, Jürgen Grözinger und Anna Clementi.
 
 
FOTO: Impressionen des Festivals | (c) Helge Krückeberg